Da geht´s ja zu wie am Stachus: Rückblick auf Europas verkehrsreichstem Platz im Herzen Münchens

Isabella Müller München @isabella_muenchen

Einer der bekanntesten Plätze in München neben dem Marienplatz ist zweifelsohne der Karlsplatz, unter den Einheimischen Stachus genannt. Die Bezeichnung Stachus, ein Protest der Münchner Bevölkerung, stammt aus der Zeit des Pfälzer Kurfürst Karl Theodor, der 1777 nach dem Aussterben der bayrischen Wittelsbacherlinie in Bayern die Regierung übernahm und kurzerhand verschiedene Orte unter anderem den Karlsplatz mit dem Karlstor nach sich benannte. Dies passte den Münchnern natürlich nicht und fortan wurde der Karlsplatz unter den Einheimischen nach der sich dort befindenden Gastwirtschaft Stachus genannt. Auch heute noch wird die Redewendung „Da geht´s ja zu wie am Stachus!“ verwendet, da der Stachus nach dem Zweiten Weltkrieg als verkehrsreichster Platz Europas galt. Erst als sein Ostteil hinter dem berühmten Karlstor anlässlich der Olympischen Spiele 1972 in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde, kehrte mehr Ruhe ein. Ich mag diesen belebten Platz, der Ausgangs- und Endpunkt für eine Shoppingtour durch Münchens Innenstadt ist. Denn gleich hinter dem Karlstor beginnt die Einkaufsmeile der Neuhauser Straße und der Kaufingerstraße. Im Sommer sorgt der herrliche Springbrunnen mit seinen Fontänen inmitten des Platzes für eine kühle Erfrischung. Das Highlight auf dem Karlsplatz neben dem Springbrunnen ist das Karlstor, das westliche Stadttor Münchens. Dieses Stadttor ist neben dem Sendlinger Tor und dem Isartor noch eines der erhaltenen Stadttore der Münchner Stadtmauer, das im Zuge der zweiten Stadtbefestigung im 14. Jahrhundert entstand und bis 1791 Neuhauser Tor hieß. Im Jahr 1861 wurde es durch Arnold Zenetti im gotischen Stil gestaltet und 1902 von Gabriel von Seidl anlässlich des angrenzenden Stachus-Rondells umgestaltet. Leider wurde das Tor im Zweiten Weltkrieg beschädigt und in vereinfachter Form wieder aufgebaut. Das gewaltige Tor ist eine echte Touristenattraktion und ich erfreue mich jedes Mal, wenn ich durch das Tor spaziere, an den Kragenköpfen, die sich unter dem Rundbogen im Mittelteil an den Ecken befinden und Münchner Originale zeigen. Zusehen sind neben dem letzten Hofnarr Bayerns, dem Finessensepperl, auch der Baron Sulzbeck und der Kutscher Krenkl. Letzt genannter legte sich mit dem König Ludwig I. an, in dem er die königliche Kutsche überholte, was strengstens untersagt war und dabei neckisch in bayrischer Mundart rief: „Wer ko, der ko!“. Dieser Spruch ist bis heute legendär und symbolisiert das für Bayern typische Selbstbewusstsein. Das Karlstor und der Karlsplatz zählen zu Münchens bekanntesten Wahrzeichen, die für mich immer einen Besuch wert sind. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieser historischen Sehenswürdigkeiten in der Münchner Altstadt. 🙂

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