Das Schloss Biebrich und der geheimnisvolle Jäger

Eines der schönsten Barockschlösser Deutschlands, das direkt am Rheinufer liegt, ist das Schloss Biebrich im gleichnamigen Stadtteil der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Anno 1696 erwarb der Fürst Georg August Samuel von Nassau-Idstein das heutige Areal, um 1701 ein Gartenhaus darauf zu errichten, das er 1703 zu einem Wohnschloss ausbauen ließ. Drei Jahre später wurde ein identisches Schloss nur 100 Meter östlich vom Wohnschloss des Fürsten für seine Fürstin gebaut. Diese beide Schlösser wurden auf Wunsch des Fürsten durch eine mittige Rotunde und einen Galerieflügel miteinander verbunden. Nach dessen Tod ging das Schloss in den Besitz des Fürst Karl von Nassau-Usingen über, der 1744 seinen Amtssitz dorthin verlegte. Unter ihm entstand auch die legendäre Biebricher Allee, Wiesbadens heutige Prachtstraße, die als Verbindungsstraße der Schlösser Usingen und Biebrich fungierte. Bis 1841 war das Schloss die Hauptresidenz der Fürsten und Herzöge von Nassau. Heute dient das Schloss, das von dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen verwaltet wird, der Hessischen Landesregierung zu Repräsentationszwecken. Besonders die große Freitreppe wird gern für große Auftritte der Landesregierung und auch von Brautpaaren genutzt. Direkt an das Schloss grenzt der barocke Schlossgarten an, der als französischer Garten von Maximilian von Welsch um 1720 angelegt wurde. Dieser wurde nach den Plänen des bekannten Landschaftsgärtner Friedrich Ludwig von Sckell von 1817 bis 1823 als englischer Landschaftspark von dem Oberstallmeister Freiherr von Dungern und dem Hofgärtner Friedrich Wolz umgestaltet. Dabei wurden die barocken Alleen in die landschaftliche Gestaltung integriert. Seit 1846 bereicherte der Gartendirektor Carl Friedrich Thelemann den Park mit zahlreichen Neuanpflanzungen und Gewächshäusern. Der Schlosspark mit einer Länge von 1,2 Kilometern und einer Breite von 300 Metern mit seinen grünen Wiesen und seiner exotischen Fauna ist ein wahres Naherholungsgebiet, das neben Eichhörnchen auch grüne Halsband- und Alexandersittiche beherbergt, deren Vogelgezwitscher schon von weitem hörbar ist. Um diesen Schlosspark durch den der Mosbach fließt mit seiner großen Fontäne, der Dicken Allee aus uralten Kastanienbäumen und der Mosburg rankt eine alte Sage um einen geheimnisvollen Jäger. Dieser soll einst an einem Novemberabend in der heutigen Straße am Schlosspark an einem prächtigen Haus gleich unweit vom Schloss erschienen sein. Der ganz in grün gekleidete Mann klopfte an das Haus eines reichen Bauern, dessen Magd die Tür öffnete. Wortlos ging der Mann in die Wohnstube des Bauern. Wenig später hörte die Magd beide entsetzlich streiten bis der Bauer rief: „Wenn das stimmt, so soll mich der Teufel holen!“. Just in diesem Moment kam ein Sturm auf und der Jäger verschwand. Seit diesem Tag war der Bauer wie vom Erdboden verschluckt. War der Jäger, der Teufel höchstpersönlich, der sich den Bauern geholt hatte? Niemand wollte seitdem mehr im Haus wohnen, alles Gesinde verschwand und das Haus zerfiel. Diese Sage vom geheimnisvollen Jäger wurde aus dem 18. Jahrhundert überliefert. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom malerischen Schloss Biebrich mit seinem zauberhaften Schlosspark, in dem auch mein Terrier Charly voll auf seine Kosten kam. 🙂

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