Skulpturenpark Heidelberg: Faszinierende Welt der Formen

Isabella Mueller, @isabella_muenchen

Der Skulpturenpark im Landschaftspark der Orthopädischen Universitätsklinik in Heidelberg existiert seit 1995 und ich hatte ihn noch nie bemerkt, obwohl ich gefühlt mehr als hundert mal an ihm vorbeigefahren bin. Deshalb war es an der Zeit den Park endlich zu besuchen, der in Heidelberg und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar als bedeutendster Ort für Kunst im öffentlichen Raum gilt. Der Skulpturenpark entstand im Zuge der Neugestaltung der Außenanlage der Orthopädischen Universitätsklinik. Der damalige Direktor der Klinik, Professor Dr. med. Horst Cotta, engagierte sich sehr dafür, dass auf dem parkähnlichen Gelände Skulpturen moderner Kunst aufgestellt werden, die sowohl die Besucher der Klinik als auch deren Patienten zum kontemplativen Verweilen einladen. Dadurch wurde ein großer Beitrag zu Kunst und Kultur in Heidelberg und der Region geschaffen. Ich parkte mein Auto auf dem Parkplatz des Universitätsklinikums und startete meinen Rundgang. Zurzeit befinden sich 26 Exponate im Park, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und jetzt im 21. Jahrhundert von bedeutenden deutschen und internationalen Bildhauern geschaffen wurden. Der Skulpturenpark wird übrigens vom Verein der „Freunde und Förderer des Skulpturenparks Heidelberg e.V.“ getragen. Dabei werden die Kosten allein durch Spenden aufgebracht. Am Eingang begrüßte mich die 3 Meter hohe Bronzeskulptur „Flügelsäule“ des bedeutendsten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit Karl Hartung. Ein abstraktes Kunstwerk, dessen Säule mit seinen durchbrochenen Flügeln nach oben zu streben scheint. Ich betrachtete die Skulptur eine ganze Weile, bevor ich den Park weiter erkundete. Besonders ins Auge sprang mir die Stahlfigur mit dem Titel „Life is movement“ von Hans-Michael Kissel, die an einen Baum aus Edelstahl erinnert. Dabei setzt der Wind die geschliffenen Stahlblätter dieser kinetischen Skulptur in Bewegung, die das Sonnenlicht reflektieren. Ich war beeindruckt von den Skulpturen, die mich in ihren manchmal überdimensionalen Formen zum Nachdenken anregten wie die Skulptur „Tall Tower“ des Recycling-Künstlers Reiner Seliger. So zaubert Reiner Seliger aus Bruchstücken von Materialien jeglicher Art neue Objekte wie den 3,50 Meter und 90 Zentimeter in die Höhe ragenden Turm aus Betonprismen im Eingangsbereich. Unglaubliche 30 Eimer Abfallmaterial, Bruchstücke kleiner Betonwürfel aus der Versuchsabteilung des Heidelberger Zementwerks, bilden eine Vertikale, die sich nach oben hin verjüngt. Der Hohlkörper innen ist durch Mörtel gefestigt. Insgesamt 10 große Freilandskulpturen des Bildhauers Reiner Seliger befinden sich im Skulpturenpark. Denn jedes Jahr findet eine Sonderausstellung statt und dieses Jahr gebührt die Ehre dem bekannten Künstler Reiner Seliger. Ich bin von seinen Skulpturen wie den schwarz-glitzernden „Black Diamond“ aus Glas oder der sich daneben befindenden Skulptur „Sesto nero“ fasziniert. Auch seine riesigen Skulpturen aus zerbrochenen Terrakotta-Ziegeln mit den Titeln „Navette“, „Sestone 1“, „Sestone 2″, “ Sestone 3″, „Palla Grande“und „Cestin“ sind beeindruckend. Überdimensional strahlt in der Sonne die Skulptur „Gegenläufig“ von dem deutschen Bildhauer Claus Bury. Unweit davon befindet sich die riesige Stahlskulptur des Künstlers Klaus Duschat mit dem Titel „Tisch“. Der Skulpturenpark Heidelberg hat es tatsächlich geschafft, dass ich mit großer Begeisterung die Skulpturen betrachte und darüber nachdenke. In den Gebäuden der Orthopädischen Universitätsklinik werden zudem insgesamt 9 großformatige und 70 mittelgroße schwarz-weiß Fotografien der Serie „Bauern-Architekturen“ von Claus Bury präsentiert. Die Arbeiten sind in den Jahren 1984 – 2011 entstanden. Die Ausstellung ist täglich durchgehend in verschiedenen Korridoren und Wartezonen der Klinikgebäude zu sehen und ihr Eintritt ist frei. Ich bin sehr dankbar diesen Skulpturenpark endlich besucht und die moderne Kunst mit ihren starken Linien, ihrer puristischen Ästhetik und hochwertigen Materialien erlebt zu haben. Denn wie sagte schon der berühmte spanische Maler Pablo Picasso:“Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet.“ In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos vom faszinierenden Skulpturenpark in Heidelberg-Schlierbach, der täglich geöffnet hat und dessen Besichtigung gratis ist. 🙂

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