Der mächtige Wall der historischen Stadt Lauffen am Neckar mit ihren beiden Stadttoren

Isabella Müller Heilbronn Lauffen @isabella_muenchen

Charakteristisch für die historische Stadt Lauffen am Neckar ist ihre eindrucksvolle Stadtmauer. Zu dieser wuchtigen Stadtmauer gehört auch das Alte Heilbronner Tor. Das Alte Heilbronner Stadttor ist ein dreigeschossiger Bau mit Bossen-Eckquadrierung, das aus dem 13. Jahrhundert stammt und das einzig erhaltene Stadttor aus der Zeit der ersten Stadtbefestigung ist. Seit der Errichtung des Walls, auch Schütt genannt, floss der Verkehr durch dieses Tor. Den riesigen Wall ließ Graf Eberhard im Bart nach 1480 zur Verteidigung der Stadt vor Geschützen gegen Osten hin befestigen. Auf der Ostseite des Stadttors befindet sich eine Treppe zum dritten Geschoss, auf der Westseite ist die Stadtmauer mit Wehrgangsresten zu sehen. Das Torhaus über dem Torbogen bewohnten bis 1709 die sogenannten Torwarte. Nachdem Bau des Neuen Heilbronner Tors wurde das Tor 1805 geschlossen. Das Torhaus diente bis 1954 als Gefängnis. Das Neue Heilbronner Tor war ein viergeschossiges Stadttor mit Rundbogendurchfahrt. Es wurde 1772 bis 1773 im Zuge des Chausseebaus Besigheim-Heilbronn errichtet. Es ersetzte einen mittelalterlichen Stadtturm im Wall, die sogenannte Hochwacht. Nach außen ist die Torzone mit Säulen, einer Wappentafel und einer stark durch Fugen geprägten Wandoberfläche repräsentativ gestaltet. Im Jahr 1772 erhielt der Schneider Christoph Jakob Lindner die Erlaubnis zum Bau des Torgebäudes oberhalb der Durchfahrt. Nach dem Durchbruch hatte die Stadtmauer eine Länge von 90 Metern und eine eindrucksvolle Tiefe von 15 Metern mit einer Außen- und Innenschale. Damals befand sich vor dem Wall ein 12 Meter breiter und 6 bis 7 Meter tiefer Graben. In den Jahren von 1817 bis 1818 wurde die Torwacht aufgegeben und ab 1829 wurde das Tor nicht mehr geschlossen. Im Jahr 1952 wurde der obere Teil abgebrochen und neu aufgebaut. Besonders bemerkenswert sind die in den Zwischenraum zwischen den Mauern eingebauten zwei kompletten Wohngebäude und die auf dem Wall liegenden großen Gärten der Anwohner. Ich war fasziniert von beiden Toren, die unweit voneinander entfernt liegen und die ich bei meinem historischen Stadtrundgang erkunden konnte. Beide Tore sind historische Zeitzeugen und waren im Mittelalter unabkömmlich zur Sicherung der Stadt vor feindlichen Angriffen. Neben dem Alten Heilbronner Tor entdeckte ich den Vogtshof, das größte Anwesen in Lauffen. Im 16. Jahrhundert gab es dort mehrere Hausplätze. Um 1600 erwarb der Untervogt Johann Leonhard Hofsäß den Bau zusammen mit dem angrenzenden Haberhaus. Auf ihn geht auch der Name Vogtshof zurück. Noch heute kann man das Wappen der Hofsäß über der Rundbogeneinfahrt im Westen entdecken. Im Jahr 1716 wurde das Haus neu errichtet, nur der alte Keller und der Innenhof blieben erhalten. Heute wird es als Wohnhaus und Kleinkunstbühne genutzt. Die geschichtsträchtigen Bauwerke in Lauffen am schönen Neckar gelegen sind sehr interessant und ich genoss meinen Spaziergang durch das historische Städtchen. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der beiden mittelalterlichen Staddtore und seiner massiven Stadtmauer in Lauffen am Neckar. 🙂

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