Die glanzvolle Blütezeit und das Ende der faszinierenden Residenzstadt Zweibrücken

Isabella Mueller @isabella_muenchen Zweibrücken

Die pfälzische Stadt Zweibrücken mit ihren 35.000 Einwohnern ist die kleinste kreisfreie Stadt Deutschlands, deren Name sich von den zwei Brücken, die damals den einzigen Zugang zur Burg bildeten, ableitet. Diese Burg wurde 1150 errichtet und 1170 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadtrechte erhielt Zweibrücken 1352 durch den römisch-deutschen Kaiser Karl IV. . Zur Hauptstadt des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken wurde es von 1410 bis 1793. Besonders unter dem Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken Christian IV. erlebte die Residenzstadt ihre kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit. Denn dieser ließ 1755 neben dem Landesgestüt auch eine Porzellanmanufaktur errichten. Das Landesgestüt, das mit der Zucht von Freizeitpferden heute in die Zukunft reitet, war damals auf Zuchthengste spezialisiert. Es soll keinem Geringeren als Napoleon mit dem Vollblutaraberhengst Fayoum ausgestattet haben. Dieser ritt auf ihm in der Schlacht von Austerlitz. Berühmt wurde Zweibrücken in dieser Zeit auch durch seine Porzellanmanufaktur. Neben China und Meißen stellte nun auch Zweibrücken das weiße Gold her. Dieser Ausdruck stammte davon, dass Porzellan sich nicht jeder leisten konnte und somit wie Gold sehr begehrt war. Anno 1767 wurde im Lustschloss Louisenthal-Gutenbrunnen bei Wörschweiler vom Alchimisten Dr. Josef Michael Stahl eine Porzellanmanufaktur eingerichtet, die 1769 in das erste Zweibrücker Schloss verlegt wurde. Nachdem Tod des Pfalzgrafen und Herzog von Pfalz-Zweibrücken wurde die Porzellanmanufaktur von seinem Nachfolger Karl II. August an einen Unternehmer verpachtet und ab 1784 zum Kirschbacherhof bei Dietrichingen verlegt. Doch bereits zwei Jahre danach wurde diese geschlossen. Heute gilt das Porzellan dieser Manufaktur aufgrund der kurzen Produktionszeit von nur acht Jahren und der geringen Stückzahl als besonders wertvolles Sammlergut. Unter Christian IV. entstand auch 1757 das Regiment Royal Deux-Ponts, das entscheidend zum Sieg der Amerikaner im amerikanischen Unabhängigkeitssieg 1781 in der Schlacht bei Yorktown beitrug. Doch die Glanzzeit endete mit der Französischen Revolution, die den Untergang für das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken bedeutete. 1793 floh der letzte regierende Herzog Karl II. August vor den anrückenden Revolutionstruppen zu seinen Wittelsbacher Verwandten nach Mannheim. Die Residenzstadt mit ihren prächtigen Bauten wurde von den französischen Truppen zerstört und das Herzogtum war somit Geschichte. Damit endete die Glanzzeit Zweibrückens als Residenzstadt, deren Spuren noch heute in der Stadt sichtbar sind. Dir wünsche ich viel ‚Freude mit meinen Fotos von Zweibrücken. 🙂

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