Das größte Barockschloss Deutschlands

Isabella Mueller @isabella_muenchen Mannheim

Das größte Barockschloss Deutschlands und das zweitgrößte in Europa ist das Mannheimer Schloss am Rande der Quadrate. Mannheim, eine Stadt in Süddeutschland, die am Rhein und Neckar liegt, trägt den Beinamen Quadratestadt, da ihre Innenstadt als Planstadt in Häuserblocks angelegt ist. Insgesamt besitzt Mannheim 144 solcher Quadrate, die sich zwischen dem Schloss und dem Neckar sowie dem Wasserturm und der Kurt-Schumacher-Brücke erstrecken. Diese Quadrate verdankt die Stadt dem Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz, der aus dem Dorf „Mannenheim“ eine Festung mit Zitadelle, der sogenannten Friedrichsburg, errichten ließ. Am 24. Januar 1606 erhielt die mit der Festung verbundene Stadt das Stadtrecht. Das bis heute charakteristische Straßensystem der Quadrate geht dabei auf den Niederländer Barthel Janson zurück. Dieses Schachbrettmuster soll der Legende nach auch als Vorbild von Manhattan, einem Stadtbezirk von New York City, gedient haben. Das Wahrzeichen der Quadratestadt Mannheim ist ihr rund 450 Meter langes Schloss, das auf einer Fläche von 6 Hektar steht. Den Grundstein für dieses imposante Schloss legte am 2. Juli 1720 der Kurfürst Carl Philipp. Nach den Plänen von Johann Kaspar Herwarthel basierend auf Entwürfen von Louis Remy de la Fosse, wurde mit dem Bau begonnen. Nach dessen Tod im November 1720 übernahm Jean Clemens Froimon die Bauleitung. Danach gaben sich renommierte Architekten und Baumeister wie Gulliaume d´Hauberat, Alessandro Galli da Bibiena und Nicolas de Pigage die Klinke in die Hand. Anno 1760 nach fast 40 Jahren Bauzeit und Kosten von 2 Millionen Gulden ist die im Barock-Stil errichtete Schlossanlage weitestgehend vollendet, die genau ein Fenster mehr als das Schloss in Versailles in Frankreich aufweist. Das Schloss mit seinem riesigen Vorplatz, den sogenannten Ehrenhof, gliedert sich in einen Mittelbau, den markanten Corps de Logis, und den Ost- und Westflügeln. Im Ostflügel des Hauptgebäudes befinden sich vier Prunksäle, die das kaiserliche Quartier, ein Appartement für Staatsempfänge, bilden. Im Westflügel wurde von dem Theaterarchitekten Alessandro Galli da Bibiena zwischen 1737 bis 1742 die kurfürstliche Oper und das Ballhaus errichtet. Darüber hinaus umfasst das Schloss zahlreiche weitere Gebäude für den Hofstatt, die Verwaltung und Justiz. Auch eine Schlosskirche und ein Jesuitenkolleg schließen sich an das Schloss an. Unter Kurfürst Carl Philipp soll das Schloss zu einem kulturellen Zentrum von europaweiten Rang werden. Nach seinem Tod wurde sein Großneffe Carl Theodor im Alter von 18 Jahren Kurfürst, der die Wissenschaft, Forschung, Kunst und Musik entscheidend förderte und so Mannheim im Geiste Carl Philipps zu einem „Musenhof“, der in ganz Europa bekannt war, machte. Nachdem Carl Theodor anno 1777 das Kurfürstentum Bayern erbte, zog er mit seinem Hofstaat nach München. Seine zweite kulturelle Blüte erlebte das Schloss im 19. Jahrhundert unter der Regierung des Hauses Baden. So lebte zwischen 1806 und 1811 dort das Erbherzogpaar Carl von Baden und Stéphanie de Beauharnais, eine Adoptivtochter Kaiser Napoleons. Nach dem Tod ihres Mannes wählte sie 1818 das Schloss als ihren Witwensitz. Mit ihrem Tod 1860 wurde die Hofhaltung im Schloss aufgelöst. Im Jahr 1918 ging das Schloss schließlich in den Besitz des Freistaates Baden über. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss fast vollständig zerstört, ein Wiederaufbau erschien anfangs als unmöglich. Doch tatsächlich fand eine schrittweise Rekonstruktion des Schlosses ab 1947 unter dem Stadtbaudirektor Rolf Becker statt, der am 28. März 2007 mit der Einweihung des neuen Schlossmuseums im Corps de Logis beendet wurde. Heute ist das Schloss auch Heimat der Universität Mannheim. Zudem ist das Amtsgericht Mannheim in einem Teil des Westflügels untergebracht. Im Rittersaal und im Ehrenhof finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Im Rittersaal, der 360 Quadratmeter groß ist und Platz für 160 Personen bietet, können sich junge Brautpaare standesamtlich trauen lassen und eine fürstliche Märchenhochzeit feiern. Zurzeit wird der Ostflügel saniert und die Katakomben und die Universitätsaula werden instand gesetzt. Das Barockschloss Mannheim ist ein faszinierendes Kulturgut, das mit seiner Umnutzung zu einem wahren „Bürgerschloss“ wurde. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieser beeindruckenden Mannheimer Sehenswürdigkeit. 🙂

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