Schloss Assumburg: Eine Reise durch die Geschichte

Schloss Assumburg, im malerischen Osten von Heemskerk gelegen, ist mehr als nur ein beeindruckendes Bauwerk; es ist ein Zeugnis der reichen Geschichte und der kulturellen Bedeutung der Region. Ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut, hat das Schloss im Lauf der Jahrhunderte viele Veränderungen durchgemacht. Es wurde 1546 umgebaut, wobei das heutige Erscheinungsbild stark von dieser Zeit geprägt ist. Das Schloss ist nach dem Weiler Assum benannt, der zwischen Heemskerk und Uitgeest liegt. Interessant ist, dass beim Bau häufig angenommen wurde, Materialien von der Burg Oud Haerlem verwendet zu haben – eine Annahme, die sich jedoch als falsch herausgestellt hat. Auf den ersten Blick mag Schloss Assumburg wie eine imposante mittelalterliche Festung wirken, doch diese Erscheinung trügt. Die Mauern des Schlosses sind weniger robust, als man erwarten würde. Tatsächlich handelt es sich um eine sogenannte Kulissenburg – eine Nachbildung einer echten Burg, die überwiegend aus ästhetischen Gründen errichtet wurde. Diese dünnen Mauern wären einer Belagerung nicht gewachsen, was die militärische Funktionalität des Schlosses stark einschränkt. Über Jahrhunderte hinweg diente das Schloss verschiedenen Adelsfamilien als Wohnsitz. Besonders die Familie van Velsen war hier im 13. und 14. Jahrhundert ansässig. Ihr Name ist eng mit der frühen Geschichte der Assumburg verbunden. Mit Jan van Rietwijk, einem Nachfahren der van Velsen, wird 1322 erstmals dokumentiert, dass Teile des Schlosses verpfändet wurden. Die folgenden Jahre waren von häufigen Besitzerwechseln geprägt, darunter auch die Familie van Assendelft, die das Schloss in der Folgezeit übernahm. Die letzten männlichen Nachfahren dieser Familie, Gerrit (VIII) van Assendelft, lebten bis zum frühen 17. Jahrhundert in der Assumburg. Nach seinem Tod fiel das Schloss an seine Schwester Anna, die verheiratet war mit Gerrit van Renesse van der Aa. Diese Übergabe markierte sozusagen das Ende einer Ära für die van Assendelfts. Um 1694 erwarb Jean Deutz das Schloss und passte es den geschmacklichen Strömungen seiner Zeit an. Unter seiner Anleitung entstand ein französischer Garten mit Teichen und öffentlichen Anlagen, der Schloss Assumburg einen neuen Glanz verlieh. Der letzte Deutz, Jacob Maarten Deutz van Assendelft, lebte bis zu seinem Tod 1858 im Schloss. Nach dem Tod seiner Frau, Josina Johanna Willink, begann der langsame Verfall des Anwesens. Innerhalb weniger Wochen wurden das Interieur versteigert, und das Gebäude wechselte erneut den Besitzer. Nach dem Verkauf des Schlosses im Jahr 1868 wurde es für verschiedene Zwecke genutzt. Zum Beispiel diente es während einer Choleraepidemie als Krankenhaus. Später wurde es zur Schule umgebaut. Im Jahr 1906 verlor das Schloss schließlich einen Teil seines ursprünglichen Charakters, als die Vertäfelung des großen Saals zum Schloss Marquette gebracht wurde. Auch andere Elemente, wie die wertvollen Marmorschornsteine, fanden keinen Platz mehr in der Assumburg. Erst im Jahr 1911 kam die Wende für das beinahe verfallene Schloss, als es an den Staat verkauft wurde. Die Entscheidung fiel, das historische Bauwerk gründlich zu renovieren. Während dieser Zeit übernahm das Schloss die Funktion einer Jugendherberge, was die gesellschaftliche Nutzung des alten Gemäuers ermöglichte. Am 15. Juli 1933 fand der erste Jugendgruppentransport statt, und zahlreiche Freiwillige halfen bei der Restaurierung. Allerdings erlebte das Schloss auch unruhige Zeiten. Während des Zweiten Weltkriegs war es von deutschen Truppen besetzt, und nach der Befreiung diente es eine Zeit lang als Internierungslager für politische Gefangene. In den folgenden Jahren wurde Schloss Assumburg Teil der Jugendherbergskette Stayokay und bietet bis heute Übernachtungsmöglichkeiten. Die Umgebung des Schlosses hat sich ebenfalls gewandelt. Der einst prächtige Park verschwand über die Jahrhunderte, aber seit 2003 besteht der Natur- und Erholungspark Assumburg. Der Schlossgarten aus dem 18. Jahrhundert wurde 2009 originalgetreu restauriert und ist seit 2011 für die Öffentlichkeit zugänglich. Dieser Garten umfasst nun einen Obstgarten, ein Rosarium, einen Gemüse- und Kräutergarten und einen formellen Bereich mit Hofteich – ein Ort der Ruhe und des Genusses für Besucher. Obwohl das Schloss selbst nicht regelmäßig besichtigt werden kann, gibt es an bestimmten Tagen, wie dem Tag des offenen Denkmals, Gelegenheiten, einen Blick in die Räumlichkeiten zu werfen und mehr über die Geschichte zu erfahren. Am 15. Januar 2016 ging das Schloss schließlich in den Besitz der Nationalen Denkmalorganisation über und erhielt den Status eines geschützten Kulturdenkmals. Schloss Assumburg ist nicht nur ein beeindruckendes Bauwerk, sondern auch ein wichtiger Teil der Geschichte der Region. Von den Anfängen im 13. Jahrhundert, über die verschiedenen Adelsfamilien, die dort lebten, bis hin zur heutigen Nutzung als Jugendherberge und Erholungsort spiegelt das Schloss die kulturellen und historischen Veränderungen wider, die die Niederlande im Laufe der Jahrhunderte durchlebt haben. Es bleibt ein faszinierender Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen, und bietet Besuchern die Möglichkeit, in eine reiche Geschichte einzutauchen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von dem malerischen Schloss Assumburg. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!