Mailand und seine mittelalterlichen Stadttore

Isabella Müller Milano @isabella_muenchen

Während meines Mailand-Aufenthalts besuchte ich auch die mittelalterlichen noch erhaltenen Stadttore wie das Porta Ticinese. Dieses Stadttor war das wichtigste Tor in der Stadtmauer, das Mailand jedem Besucher von Südwesten kommend von seiner schönsten Seite präsentierte. Früher zogen durch den prächtigen Triumphbogen bedeutende Herrschergestalten des Mittelalters und noch heute muss jeder neue Erzbischof durch die Porta Ticinese auf den Mailänder Dom zuschreiten. Ich bestaunte das alte Stadttor, das aus dem 16. Jahrhundert stammt, aber abgerissen und im frühen 19. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde. Zur Zeiten der spanischen Herrschaft von Mailand im 16. Jahrhundert hieß das Tor Porta Cicca. Das Wort Cicca stammt vom spanischen Wort „Chica“ ab, das klein bedeutet. Unter der Herrschaft Napoleons wurde das Tor Porta Marengo getauft. Dieser Name geht auf das südwestlich von Mailand gelegene Dorf Marengo zurück, das Schauplatz der Schlacht von Marengo zwischen der französischen und österreichischen Armee war. Der heutige Name Porta Ticinese bedeutet Tor zum Tessin und bezieht sich auf den Fluss Tessin, der die Po-Ebene südwestlich von Mailand durchquert. Diesen Namen erhielt das Tor 1815, nach dem Ende der Napoleonischen Kriege. Die ursprüngliche Inschrift, die Napoleon gewidmet war, wurde durch eine für den Frieden gewidmete ersetzt, die von den Armeen von Kaiser Franz II, dem Kaiser von Österreich, berichtigt wurde und lautet „paci populorum sospitae“, „Zum befreienden Frieden der Völker“. Der Triumphbogen wurde somit zum Symbol des Friedens und zählt zu einem der Wahrzeichen Mailands. Er ist zu einem wahren Touristenmagnet geworden, der Menschen aus aller Welt magisch anlockt. Besonders abends wenn er angestrahlt wird, ist er ein absoluter Eyecatcher und idealer Ausgangspunkt für einen Besuch des wunderschönen Navigli-Viertels mit seinen herrlichen Kanälen, zahlreichen Restaurants und unzähligen Bars. Unweit von dem Triumphbogen befindet sich das Porta Ticinese Medievale, dass das mittelalterliche Entrée in die Stadt bildet. Als ich das mächtige Tor erblickte war ich schwer beeindruckt. Dieses Tor gehörte zur mittelalterlichen Befestigungsanlage, um Mailand nach den verheerenden Angriffen Barbarossas im Jahr 1171, zu schützen. Das Tor wurde von Azzone Visconti nach 1329 wieder aufgebaut und von Camillo Boizo in den Jahren 1861 bis 1865 restauriert. Es hatte ursprünglich zwei Backsteintürme und einen einzigen zentralen abgerundeten Torbogen aus Stein. Die Änderungen im 19. Jahrhundert beinhalteten die Schaffung von zwei Seitengängen mit spitzen Bögen. Über dem zentralen Bogen an der Außenseite des Tors ist ein Relief aus der Werkstatt von Giovanni Balduccio angebracht. Das Relief zeigt die thronende Madonna, um die sich die Heiligen Lorenzo, Eustorgio und Petrus Martyr scharen. Daneben kniet der Heilige Ambrosius und präsentiert ein Stadtmodell. Nach Besichtigung dieses historischen Tores begab ich mich auf meinen Rückweg in Mailands Innenstadt. Dabei entdeckte ich das Porta Nuovo, das übersetzt Neues Tor bedeutet, aber in Wirklichkeit ziemlich alt ist und bereits 1176 erbaut wurde. Die beiden Durchlässe für die Passanten stammen aus dem 19. Jahrhundert. Ich war von den historischen Stadttoren, die Zeitzeugen einer längst vergangenen Zeit sind und heute noch das Stadtbild Mailands prägen, begeistert. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der mittelalterlichen Stadttore Mailands. 🙂

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