Prächtiges Barockschloss Batthyany in Kittsee: Hier dirigierte schon Joseph Haydn für die Kaiserin Maria Theresia

Isabella Müller Kittsee Schloss Wien Österreich @isabella_muenchen

Eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im nördlichen Burgenland ist das Barockschloss Batthyany, auch Neues Schloss genannt. Diese befindet sich in der größten Marillenanbaugemeinde Österreichs der 3500 Seelen Gemeinde Kittsee. Das prächtige Schloss liegt am Rande des Ortszentrums. Auf einem nah gelegenen öffentlichen Parkplatz konnte ich mein Auto unentgeltlich parken. Zu Fuß machte ich mich zum Schloss auf, das von einer herrlichen Parkanlage eingerahmt wird. Durch ein kunstvolles schmiedeeisernes Portal gelangte ich zum schönen Schlosspark mit seinen großen schattenspendenden Bäumen und blühenden Blumenbeeten. Auf den schön angelegten Kieswegen gelangte ich nach wenigen Gehminuten zum Schloss. Die Geschichte des Schlosses reicht bis 1666 zurück als Johannes Graf Listy, erblicher Inhaber der Herrschaft Kittsees, einen aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammenden Meierhof zum zweiflügeligen hufeisenförmigen „Neuen Schloss“ erweiterte. Von den vier Eckbastionen der zu dieser Zeit befestigten Anlage ist als Rest der südöstlichen Bastei noch ein Mauerwerk aufrecht. Ein steinernes korbbogiges Portal mit lateinischer Inschrift, welche den Erbauer mit all seinen Titeln nennt, erinnert an diese Erweiterung. In den Jahren von 1730 bis 1740 wurde unter Paul Anton Fürst Esterhazy die renaissancezeitliche Anlage, ursprünglich mit Zwiebeltürmchen und Freitreppe vor der Hoffassade, umgebaut und barockisiert. Die Jahreszahl 1737 am alten Dachstuhl zeugt von diesem Umbau. Heute spiegeln die Treppen mit ihren Schmiedeeisengittern und dem Festsaal im Obergeschoss mit seiner bemerkenswerten Stuckdecke noch die Pracht und Lebensfreude der Barockzeit wider. In diesem Festsaal leitete Joseph Haydn musikalische Aufführungen und Kaiserin Maria Theresia war häufiger Gast des Schlosses. Im Jahr 1870 geht die Kittseer Herrschaft an die Familie Batthyany über. Daher stammt auch der heutige Name des Schlosses. Deren bedeutendste Persönlichkeit war Dr. Ladislaus Fürst Batthyany-Strattmann. Er wurde 2003 wegen seiner Verdienste als „Arzt der Armen“ selig gesprochen. Im Sinn des Historismus wurden letzte Veränderungen der Außen- und Innenarchitektur getroffen. Der von acht Atlanten getragene Vorbau der Altane wurde 1909 vom erzbischöflichen Palais in Preßburg nach Kittsee übertragen und parkseitig vor den Mittelpavillon gesetzt. Zur gleichen Zeit erfolgte auch die Umwandlung der ehemaligen Schlossdurchfahrt zu einer Hauskapelle. Die im Stil des Historismus gestaltete Bibliothek im Ostflügel, der westlich an den Großen Festsaal anschließende Kleine Festsaal mit zwei neobarocken Kachelöfen und das mehrmals aufscheinende Batthyany-Wappen gehen ebenso auf diese Zeit zurück wie die nach englischen Vorbild als Landschaftsgarten gestaltete Parkanlage mit schmiedeeisernem Eingangstor, Teichbecken und Löwentreppe. Im Jahr 1969 ging das Schloss in den Besitz der Gemeinde über. Eine sehr aufwändige Restaurierung vom Schloss und Park erfolgte in den vergangenen Jahrzehnten, die sich bemühte den Architekturzustand zu konservieren und nur insofern zu verändern, als eine Anpassung an die Bedürfnisse des seit 1972 dort beherbergten „Ethnografischen Museums“ unumgänglich war, das 2008 leider geschlossen wurde. Bis heute finden im Schloss seit über 30 Jahren Konzerte des Pannonischen Forums statt. Ich war fasziniert von diesem barocken Schlossjuwel mit seiner wunderschönen Parkanlage, die ich in Kittsee nicht vermutet hätte. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos diesen barocken Kleinods. 🙂

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