Schwaigern, die 1250 Jahre alte Stadt mit ihrer historischen Stadtmauer

Isabella Müller Stuttgart Heilbronn Baden Württemberg Deutschland @isabella_muenchen

Die Stadt Schwaigern, die idyllisch am Fuß des Heuchelbergs liegt, hat herausragende Zeugnisse zurückliegender Baukunst. Neben beeindruckenden Fachwerkhäusern, einem Rokoko-Schloss und einer Stadtkirche, deren älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen, besitzt Schwaigern auch eine prächtige Stadtmauer. Einst war diese Mauer 1200 Meter lang, heute sind noch etwa 700 Meter erhalten, die charakteristisch für das Stadtbild sind. Die Mauer konnte erst gebaut werden als Kaiser Karl IV. mit der Urkunde vom 01. April 1372 Schwaigern die Stadtrechte verlieh. Dazu gehörten Markt- und Mauerrecht. Denn eine ummauerte Stadt bot damals Schutz, nicht nur in Kriegszeiten. Die hiesige Ummauerung erfolgte vorwiegend im 15. Jahrhundert und um 1500 war das damalige Wohngebiet vollständig von einer Mauer umgeben. Das änderte sich erst im 19. Jahrhundert, als die beiden Stadttore abgebrochen wurden und die weitere Bebauung nun überwiegend außerhalb der Mauer erfolgte. Ich besichtigte den südlichen Teil der Stadtmauer, der als letzter Teil der Stadtbefestigung erbaut wurde. Dabei fielen mir die Gebäude auf der Mauer auf, die aber erst später im 18. Jahrhundert aufgesetzt wurden. Aus den einstigen Scheunen oberhalb der Mauer sind heute moderne Wohnhäuser entstanden. Die wuchtige Stadtmauer wurde in den Jahren von 1982 bis 1985 restauriert und eine herrliche, kleine Parkanlage durch die ich spazierte angelegt. Von den beiden Stadttoren im Osten und Westen existieren nur noch Ansichten. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Hexenturm und eine Infotafel, die mich über den großen Brand der Stadt im Jahr 1928 informierte. Sie gehört zu einer der 17 Stationen des historischen Stadtrundgangs in Schwaigern. Diese geben Auskunft über die Geschichte und Gebäude der Stadt. Ich erfuhr, dass es im Jahr 1928 in Schwaigern zunächst drei kleine Brände gab, bei denen jeweils ein Wohngebäude den Flammen zum Opfer fiel und einen verheerenden Großbrand. Dieser Großbrand entstand am 18. November 1928 durch Brandstiftung eines 20jährigen Schmiedegesellen, der bei seiner Vernehmung vor dem Schwurgericht angab, in einer Besenwirtschaft „8 bis 10 Viertel Wein“ getrunken zu haben und dann in einer Scheuer „das bei der Stalltüre befindliche Stroh mit einem Streichholz in Brand gesteckt“ zu haben. Dies geht aus dem Heilbronner Generalanzeiger vom 28. Februar 1929 hervor. Der Gesamtschaden des Brandes belief sich auf 11 Wohngebäude und 15 Nebengebäude im Wert von 366.434 Mark. Seitenlang berichteten die Zeitungen, darunter der Leintalbote, über die Gerichtsverhandlung und über die Verurteilung des Brandstifters zu 6 Jahren Zuchthaus. Die sehenswerte Stadtmauer mit kleinem Park und die Informationsschilder über die Ereignisse und Bauwerke der Stadt machten mir die Stadtgeschichte Schwaigerns erlebbar. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der historischen Stadtmauer in Schwaigern. 🙂

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