Die tausendjährige Fachwerkstadt Eppingen eingebettet zwischen den Hügeln des Kraichgaus

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Die historische Fachwerkstadt Eppingen liegt eingebettet zwischen den Hügeln des Kraichgaus und weist eine tausendjährige Geschichte auf. Ich mag es durch die wunderschöne Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und prächtigen Fachwerkhäusern zu schlendern. Eppingen wurde im Jahr 985 erstmals urkundlich erwähnt. Otto III. schenkte in diesem Jahr das Reichsgut Eppingen an das Bistum Worms. Im 11. Jahrhundert befand es sich im salischen im darauffolgenden im staufischen Besitz. Im Jahr 1188 wurde Eppingen im Seligenstädter Vertrag als „burgum“, befestigter Ort, bezeichnet. 1219 als „Civitas“, Stadt im rechtlichen Sinne. In den Jahren 1364 und 1413 wird von einer Burg bzw. einem Schloss in Eppingen berichtet. Später fehlen jedoch Angaben von diesem. 1462 fiel Eppingen an die Kurpfalz. Ab 1469/70 war die Stadt an Hans den Reichen und seine Schwester Metz von Gemmingen verpfändet. Bis 1520 blieb sie in Besitz des Pfandes. Im Bauernkrieg, 1524-1526, wurde die Stadt gebrandschatzt, da sich der Eppinger Kaplan Anton Eisenhut den aufständischen Bauern anschloss. Im 15. und 16. Jahrhundert erlebte die Stadt eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit. Eine Lateinschule und eine große Pfarrkirche entstanden. 1564/65 war die Alte Universität aufgrund der grassierenden Pest das Ausweichquartier der Universität Heidelberg. In den folgenden Jahrhunderten litt Eppingen unter den Kriegen, da es ein wichtiges strategisches Zentrum war. Im Dreißigjährigen Krieg ereigneten sich so manche Plünderungen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg befand sich ab 1639 zwischen Eppingen und Stebbach das Hauptlager der deutschen Reichsarmee. Von 1695 bis 1697 erfolgte die Errichtung der Eppinger Linien. 1803 wurde Eppingen dem Großherzogtum Baden zugeteilt und hatte zwischen 1813 und 1924 den Sitz des badischen Bezirksamtes. Die Stadt wurde dem Bezirksamt Sinsheim zugeordnet. Nur zögerlich schritt die Industrialisierung voran. Die wenigen im Eppinger Raum ansässigen Fabriken verarbeiteten landwirtschaftliche Produkte oder waren von ihr abhängig. Der allgemeine wirtschaftliche Niedergang nach dem Ersten Weltkrieg hemmte die weitere Entwicklung in der Zwischenkriegszeit. Viele Eppinger wählten in der Folge nationalsozialistisch. Im Zweiten Weltkrieg erfolgte durch Fliegerangriffe und Beschuss die völlige Beschädigung von rund hundert Gebäuden, weitere hundert Gebäude wurden mittel bis schwer beschädigt. In der Nachkriegszeit erlebte Eppingen eine strukturelle Veränderung durch die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete. 1971/72 wurden die sechs umliegenden selbstständigen Gemeinden Adelshofen, Elsenz, Kleingartach, Mühlbach, Richen und Rohrbach eingegliedert. Bis zur Kreisreform 1973 gehörte Eppingen weiterhin dem Landkreis Sinsheim an. Von diesem Zeitpunkt an war es dem Landkreis Heilbronn zugeordnet. Während die badische Stadt nunmehr vom württembergischen Stuttgart aus verwaltet wird, gehören die hiesigen Kirchen und Vereine weiterhin ihrem badischen Dachverband an. Eppingen ist nach Neckarsulm die zweitgrößte Stadt des Landkreises und seit 2002 Große Kreisstadt. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist dank ihrer historischen Fachwerkhäuser sehr sehenswert. In Mittelalterlicher Reichsstadtromantik drängen sich die alemannischen und fränkischen Häuserzeilen rund um den Pfeifferturm, dem ältesten Wahrzeichen der Stadt, dicht an dicht. Eppingen ist für mich eine Fachwerkstadt mit Pfiff. Euch wünsche ich viel Freude von meinen Fotos der historischen Fachwerkstadt Eppingen. 🙂

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