Mailand und seine historischen Straßenbahnen dank des schwedischen Möbelriesen Ikea im Frühlingskostüm

Isabella Müller Milano @isabella_muenchen

Eine spannende Art die lombardische Hauptstadt Mailand zu erkunden, ist eine Fahrt in einer der historischen Straßenbahnen. Kein anderes Nahverkehrsmittel prägt so sehr das Stadtbild wie die Tram, die mittlerweile selbst zu einer echten Sehenswürdigkeit in Mailand geworden ist. Ich hatte im Februar das besondere Vergnügen, die Frühlings-Straßenbahn von dem schwedischen Möbelkonzern Ikea bewundern zu dürfen. Denn Ikea hatte die witzige Idee eine historische Straßenbahn komplett mit grünen Blättern zu verkleiden und Innen mit ihren Möbel auszustatten, um so Frühlingsgefühle zu wecken und das lange Warten auf die Sommersaison zu verkürzen. Eine gelungene Werbeaktion, die bei Passanten wie mir eine wahre Foto-Manie auslöste. Die Straßenbahn transportierte bis zum 23. Februar kostenlos zwischen den Mailänder Dom und dem Schloss Sforzesco die Passagiere. Ich war wirklich begeistert von dieser Straßenbahn, die ein richtiger Eyecatcher war. Mailand und seine Straßenbahn blicken auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. So waren die Straßenbahnen das erste öffentliche Verkehrsmittel, die einst von Pferden gezogen wurden. Später wurden diese auf mechanische Antriebe durch elektrischen Strom umgestellt. Heute besteht das Mailänder Straßenbahnnetz aus 18 Linien mit einer Gesamtlänge von über 116 Kilometern. Eine von ihnen ist die Tram Nr. 1 mit der ich eine Stadtrundfahrt durch Mailand machte. Die historische Tram Nr. 1 mit ihrem Interieur aus ungepolsterten Holzbänken, die sich an den Längsseiten der Straßenbahn befinden und wunderbaren Glaslampen, ist eine echte Publikumsattraktion Mailands. Die Tram Nr. 1 ist eine alte Straßenbahn von 1929 und die älteste Straßenbahn der Stadt, in der ich im 10-Minuten-Takt an den insgesamt 20 Haltestellen wie der Scala oder dem Dom zu- und aussteigen konnte. Die zweieinhalbstündige Tour konnte ich per Audio Guide System genießen und in meiner gewünschten Sprache wurde ich über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten informiert. Die historischen Straßenbahnen mit ihren Flügeltüren und Schiebefenstern aus Messing sind einfach herrlich. Besonders fasziniert war ich vom Ein- und Aussteigen bei dem die Holzstufen mit einem speziellen Klappsystem an den Haltestellen automatisch ein- und ausklappen, was im 20. Jahrhundert revolutionär war. Auch das Quietschen der Eisenräder auf den Schienen ist wunderbar und ich genoss den nostalgischen Charme dieser alten Verkehrsmittel, die maximales Sightseeing für minimales Budget bieten. Die Oldtimer-Straßenbahnen, Typ Ventotto, sind ein absolutes Erlebnis und werden im Volksmund liebevoll „gamba de legn“ genannt, das sind die Holzbeine der Tram, die den Antrieb der Räder charakterisieren. Generell sind die Straßenbahnen ein willkommenes Fortbewegungsmittel und längst zum urbanen Hotspot geworden, den Einheimische und Touristen liebend gern nutzen. Ich war begeistert von meiner Fahrt durch Mailand mit der historischen Tram Nr. 1 und wünsche Euch viel Freude mit meinen Fotos der Mailänder Straßenbahnen. 🙂

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