Die Frauenkirche: Das Wahrzeichen Münchens

Isabella Müller München @isabella_muenchen

Das Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt München ist der über 500 Jahre alte Dom zu Unserer Lieben Frau, auch Frauenkirche genannt. Die Frauenkirche im Herzen der Münchner Altstadt ist die größte Hallenkirche der Welt, deren drei Kirchenschiffe 217.00 Kubikmeter umfassen und Platz für 20.000 Menschen bieten. Mit ihren fast 100 Meter großen Zwillingstürmen mit Zwiebelhaube, prägt sie wie kein anderes Gebäude die Münchner Skyline. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wurde durch die Stadtverwaltung beschlossen, dass innerhalb des Mittleren Rings, kein Gebäude von über 100 Meter Höhe gebaut werden dürfe. Dieser Beschluss wurde sogar im November 2004 per Bürgerentscheid außerhalb des Stadtgebiets erweitert, damit die charakteristischen Türme auch für alle weithin sichtbar bleiben. Der Name der Frauenkirche geht auf ihre Schutzpatronin, der Gottesmutter Maria zurück und seit 1821 ist sie die Kathedralkirche des Erzbischofs von München und Freising. Die nach Osten ausgerichtete Hallenkirche mit ihrem typischen Basilika-Grundriss entstand an der Stelle, an der im 13. Jahrhundert eine Marienkapelle der Wittelsbacher stand, die 1472 abgerissen wurde, um für die Frauenkirche Platz zu schaffen. Der Grundstein für die neue Kirche wurde am 9. Februar 1468 durch den Herzog Sigismund und den Bischof Tulbeck gelegt. In nur zwanzig Jahren Bauzeit von 1468 bis 1488 entstand durch den Baumeister und Architekten Jörg von Halspach, Ganghofer genannt, der auch für den Bau des Alten Rathauses in München verantwortlich war, ein imposanter Sakralbau in Backsteingotik. Die Verwendung von Backstein wurde aus Kostengründen gewählt, da das Baumaterial kurze Transportwege aus dem Umland hatte und zudem recht preiswert war. Für den riesigen Dachstuhl, der 1477 von Heinrich von Straubing errichtet wurde, wurden 147 schwerbeladene Bauholzflöße, davon 49 Zimmer- und 43 Schnittholzflöße mit zusammen 630 Festmeter Rundholz verwendet. Da das Geld nach zehn Jahren Bauzeit nicht ausreichte, wurde der damalige Papst Sixtus IV. in Rom gebeten, die Stadt München während des Baus der Kirche in den Rang einer Wallfahrtsstadt zu erheben. So gaben die Pilger von 1480 bis 1482 eine Spende für die Kirche und bekamen dafür ihre Sünden vergeben. So konnte die Frauenkirche am 14. April 1494 eingeweiht werden. Leider verstarb Ganghofer kurz nach Fertigstellung der Kirche und wurde in ihr beigesetzt. Ihre beiden Türme mit ihren sogenannten „Welschen Hauben“, die als Vorbild die Dachform des Felsendoms in Jerusalem haben, wurden erst 1525 errichtet. Im Gegensatz zum gotischen Kirchenschiff, das 109 Meter lang, 40 Meter breit und 37 Meter hoch ist, wurden sie im Stil der Renaissance gestaltet und haben eine fast identische Höhe. So misst der Nordturm 98,57 Meter und der Südturm 98,45 Meter. Seit 2012 ist eine Turmbesichtigung des Südturms, der neben sieben riesigen Glocken auch ein traumhaftes Panorama über die Stadt bis zu den Alpen bietet, möglich. Doch aufgrund der andauernden Sanierungsarbeiten ist eine Turmbegehung derzeit nicht möglich. Seit September 2020 sind erstmals seit 11 Jahren wieder beide Türme ohne Gerüst zu bewundern. Das Kircheninnere wurde ab 1770 unter der Leitung des Bildhauers Ignaz Günther im Rokoko-Stil ausgestattet. So wurden von ihm 1774 zwölf Relief-Darstellungen aus dem Leben der Gottesmutter für das alte Chorgestühl geschaffen, die zusammen mit der vergoldeten Mariensäule und der neuen Kanzel von Roman Anton Boos den Altarraum abschließen. Ab 1859 kam es zu einer neugotischen Umgestaltung der Kirchenausstattung. Während des Zweiten Weltkrieges erlitt die Frauenkirche bei Luftangriffen schwere Beschädigungen und wurde erst wieder 1948 bis 1955 in vereinfachter Form aufgebaut. Um die größte Hallenkirche der Welt rankt die Sage um den Teufelsritt. Dieser Fußabdruck des Teufels ist im Eingangsbereich am Boden unter dem Chor im Pflaster zu bestaunen. Denn einst soll der Teufel in die fertiggestellte, aber noch nicht geweihte Kirche geschlichen sein und konnte als er die Vorhalle sah, seinen Augen nicht trauen, da er von dort keine Fenster sehen konnte. Vor lauter Schadenfreude, dass eine finstere Kirche erbaut worden war, machte er einen Freudensprung und hinterließ so seinen Fußabdruck. Als er jedoch einen Schritt weiter ins Kircheninnere trat, erkannte er, dass es sich um eine perfekte Illusion gehandelt hatte. Denn die Fenster sind durch genau platzierte Säulen verdeckt und erwecken so den Eindruck einer fensterlosen Kirche. Wutentbrannt verwandelte sich der Teufel in einen gewaltigen Sturm und wollte die Kirche so zum Einsturz bringen. Doch dies gelang ihm nicht und er machte sich in Windeseile aus dem Staub. Einzig sein Fußabdruck und ein kleiner Windstoß, das einem um die Nase weht, wenn man die Frauenkirche betritt, erinnern an diese Begebenheit. Die dreischiffige Hallenkirche mit umlaufenden Kapellenkranz, deren Innenraum durch eine lichtdurchflutete Halle mit Hauptschiff und angegliederten Seitenschiffen mit 28 Seitenkapellen besticht, hat seit September 2020 mediale Neuerungen, die den Dom interaktiv und näher erlebbar machen. Dabei gibt es fünf Führungslinien, die vom Hauptportal aus starten. So wird der Besucher von einer digitalen Stele begrüßt, die über aktuelle Termine informiert. Zudem liegen zu jeder Führungslinie kostenlose, mehrsprachige Flyer aus, damit der Dom ausgiebig erkundet werden kann. Die Hauptführung findet zur Mutter Gottes Maria statt, da neben Stadt- und Domgeschichte, der spirituelle Anspruch nicht zu kurz kommt. Die Frauenkirche hat verschiedene Portale. Das Hauptportal hat einen Kielbogen, Krabben, ionische Säulen und religiöse Reliefs. Das südwestliche Portal weist reichen Figurenschmuck auf, der die Verkündigungsszene mit Maria und einem Engel darstellt. Das sogenannte Brautportal hat ein gotisches Gewände, das mit weiblichen und männlichen Figuren von Heiligen verziert ist. Seitlich davon befinden sich Darstellungen von Maria mit Christus aus dem Jahr 1430. Rechts vom Portal ist das Wappen des Grundsteinlegers, dem Herzog Sigismund sowie eine Tafel mit der Jahreszahl 1468 angebracht. Auch eine aufgemalte Sonnenuhr befindet sich ebenso an der Fassade, wie die zahlreichen Epitaphien, die vom ehemaligen Friedhof auf dem Frauenkirchplatz stammen. Der Kirchenraum besticht mit seinem Sternengewölbe, den gewaltigen, weißen Säulen, den wertvollen Bildwerken, Altären und Epitaphien. Insgesamt besitzt dir Kirche vier Orgeln aus der Werkstatt Georg Jann aus Alkofen. Darüber hinaus ist das Hochaltarbild Mariä Himmelfahrt über dem Sakristeiportal an der Nordwand von Peter Candid aus dem Jahr 1620 beeindruckend. Zudem beherbergt der Innenraum eine Automatenuhr aus dem 16. Jahrhundert, eine Sakramentskapelle, eine Bischofsgruft, die Chorhauptkapelle und die St. Benno-Kapelle. Besonders hervor sticht das Kenotaph für den 1347 gestorbenen Kaiser Ludwig den Bayern. Dieses leere Ehrengrab im hinteren südlichen Teil wurde 1622 von Hans Krumpper fertiggestellt. Umsäumt wird das Mausoleum, aus poliertem, schwarzen Marmor, das von einer großen Kaiserkrone bekrönt wird, von vier Bronzefiguren, die von Hubert Gerhard und Carlo Pallogo geschaffen wurden. Diese knieenden Fahnenträger sollten ursprünglich das Stiftergrab des Herzog Wilhelms V. in der Michaelskirche zieren. Dieses wurde jedoch nie realisiert. Vor dem Denkmal befinden sich zwei Bronzefiguren, die Westseite wird von Wilhelm IV. und die Ostseite von Albrecht V. flankiert. Insgesamt viermal wurde das Kenotaph, das die Kaiserwürdigkeit der Wittelsbacher und deren Taten für den katholischen Glauben symbolisiert, umgesetzt. Seinen jetzigen Standort erhielt es 1962. Der Münchner Dom zu Unserer Lieben Frau ist ein kostbares Kulturgut, das mich immer wieder aufs Neue begeistert und das unverkennbare Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt Münchens ist. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der größten Hallenkirche der Welt im Herzen der Münchner Altstadt. 🙂

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