Zweibrückens verschwundene Burg und der alte Viehmarkt

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Die Gründung von der pfälzischen Stadt Zweibrücken geht auf den Graf von Saarbrücken zurück, der 1150 auf dem heutigen Schlossplatz eine Burg errichtete. Diese Wasserburg über den Schwarzbach war nur über zwei Brücken zu erreichen, woher der Name Zweibrücken stammt. Dort siedelten sich innerhalb der neu errichteten Stadtmauern Menschen an und eine größere Siedlung entstand, die anno 1352 durch König Karl IV. die Stadtrechte verliehen bekam. Von dieser Burg, die zum Schutz der Salzstraße errichtet wurde, ist heute durch Krieg und Brände nichts mehr vorhanden. Die Salzstraße war ein wichtiger Handelsweg zwischen Lothringen und dem Rhein, an die heute noch der Hallplatz erinnert. Dieser wurde im Volksmund auch „Sauplagge“ genannt, da dort bis in die ersten Jahrzehnte der Viehmarkt abgehalten wurde und auch die Schlachtbetriebe dort ansässig waren. Daran gedenkt eine Bronze-Plastik von Kurt Grabert, die einen Schweinehirten mit seinen fünf Ferkeln zeigt. Diese wurde von der Volksbank Zweibrücken anlässlich des 125-jährigen Jubiläums am 25. März 1990 gestiftet. Der Hallplatz wurde in den 1950er Jahren neu gestaltet und dabei wurde sein markanter König-Ludwig-Brunnen restauriert. Dieser Brunnen mit seinem achteckigen Brunnenbecken, das von Putten tragenden Girlanden verziert ist und aus dessen Mitte ein Brunnenbecken Wasser fließt, wurde von dem Bildhauer Prof. Wilhelm Kreis geschaffen und am 14. Juni 1914 eingeweiht. Der Brunnen, der so entscheidend den Hallplatz prägt, war ein Geschenk des Geheimen Kommerzienrat und Unternehmer Fritz Guggenheimer, der in Zweibrücken geboren wurde. Zwar siedelte er nach Berlin um, doch fühlte er sich immer noch mit seiner alten Heimat verbunden. Er spendete seiner Heimatstadt Zweibrücken als mittlerweile sehr erfolgreicher Unternehmer immer wieder Geld und wurde darum 1913 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Der Hallplatz mit seinem König-Ludwig-Brunnen und dem Skulpturenensemble des Schweinehirten sowie seinen vielen Cafés, Restaurants und der Hallplatz-Galerie befindet sich am nördlichen Ende der Fußgängerzone und stellt das moderne Pendant zum Herzogplatz mit seinen barocken Gebäuden dar, der sich vis-á-vis davon befindet. Beide Plätze prägen entscheidend die Zweibrücker Innenstadt und gaben mir interessante Einblicke in die Zweibrücker Stadtgeschichte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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