Der Studentenkuß: das süßeste Wahrzeichen Heidelbergs

Isabella Mueller, @isabella_muenchen

Das wohl süßeste Wahrzeichen von Heidelberg ist sein Studentenkuß, eine weltberühmte Nougat-Praline. Erfunden wurde sie in der ältesten Chocolaterie im Herzen von Heidelberg vom Chocolatier und Konditormeister Fridolin Knösel. Dieser gründete 1963 das traditionsreiche Café Knösel und eine Chocolaterie, die schnell zum beliebten Treffpunkt der Heidelberger Gesellschaft wurde. Ich besuchte das älteste Café Heidelbergs, das sich gegenüber der Heiliggeistkirche in der Haspelgasse befindet. Das Café wurde 2017 komplett renoviert und mit einer wunderschönen Bar ausgestattet, die mir beim Betreten sofort ins Auge stach. Die alten Holztische des Kultcafés, das auf eine 150 Jahre alte Geschichte zurückblickt wurden jedoch wie viele Fotografien, die an den Wänden hängen und von der Heidelberger Studentenkultur berichten, erhalten. Besonders die Stuckdecke mit ihren wunderbaren antiken Kronleuchtern lassen das Café elegant und doch modern durch frische Farben in türkis erscheinen. Ich bestellte mir eine Sachertorte mit einer heißen Tasse Kaffee und tauchte ein in die Geschichte des Studentenkuß, dem Pendant zur österreichischen Mozartkugel. Fridolin Knösel lockte zur damaligen Zeit mit seinen süßen Köstlichkeiten viele jungen Damen der vornehmen Pensionate an. Das blieb natürlich nicht den männlichen ledigen Studenten verborgen, die daraufhin ebenso in seinen Laden und sein Café kamen, um die hübschen Besucherinnen näher kennenzulernen. Doch leider war es damals üblich, dass die Mädchen stets in Begleitung ihrer wachsamen Gouvernanten unterwegs waren. Die Frage war, wie die jungen Burschen sich den jungen Damen nähern konnten, ohne dass die Gouvernante dazwischen ging. Fridolin Knösel kam auf die Idee ein besonders feines Chocoladenkonfekt zu entwickeln, das er Studentenkuß nannte. So konnten die jungen Studenten den Studentenkuß als Ausdruck ihrer Verehrung den jungen Studentinnen schenken. Ein galantes Präsent, dem selbst die strengen Gouvernanten nichts entgegenzusetzen hatten. Die süße Geste avancierte schnell zum Kult und existiert bis heute.
Denn die Nachfahren von Fridolin Knösel setzten die Familientradition fort. Noch heute wird der Studentenkuß nach dem Originalrezept von 1863 von Hand hergestellt. Er erobert als süßes Wahrzeichen der Stadt oder charmantes Souvenir immer wieder aufs Neue die Herzen der Menschen. Was für eine wunderbare Geschichte des Heidelberger Studentenkußes. Ich trank meine Tasse Kaffee aus und kaufte mir diese süße Heidelberger Spezialität, einen zart schmelzenden Traum aus Nougat. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos vom Kultcafé Knösel und seinem Heidelberger Studentenkuß. 🙂

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