Speisen nach dem ältesten Kochbuch der römischen Antike in der Römerstadt Trier

Isabella Mueller, @isabella_muenchen

Ich finde, dass nirgendwo sonst nördlich der Alpen die Römerzeit so authentisch erlebbar ist, wie in Trier. Trier ist für mich das Zentrum der Antike. Die älteste Stadt Deutschlands zählte einst zu den größten Metropolen des Römischen Reiches. Als blühendes Handelszentrum und Verwaltungssitz wurde die Stadt in der Spätantike Residenz der Kaiser im westlichen Teil des Römischen Reiches. Trier vereint UNESCO-Welterbestätten, römische Baudenkmäler und archäologische Funde zu einem unvergleichlichen Einblick in römische Stadt- und Alltagskultur. Diese römische Alltagskultur wollte ich bei einem typisch römischen Mahl hautnah erleben. Darum besuchte ich das Restaurant „Weinstube zum Domstein“. Dieses bietet original römische Gerichte an, die nach dem Kochbuch „DE RE COQUINARIA“ – „Über die Kochkunst“, zubereitet werden. Das Kochbuch ist das älteste erhaltene der römischen Antike und als Autor des römischen Kochbuchs wird Apicius genannt, der in der Zeit der Kaiser Augustus und Tiberius gelebt haben soll. Ich und meine Freundin waren gespannt, was uns kulinarisch in der Weinstube zum Domstein erwarten würde. Wir nahmen im historischen Gebäude in der Küferstube am Fenster mit Blick auf den Freisitz Platz. Die Küferstube ist zugleich stilvoll mit dunklen Tischen und rustikal mit urigen Accessoires eingerichtet. Wir fühlten uns in der typischen Mosel-Gemütlichkeit sofort wohl. Die ältere Dame, die uns in Tracht bediente, war sehr freundlich und wir bestellten eine Weinprobe mit drei Gläsern je 0,1 Liter trockenen Weißwein. Denn das älteste Weinanbaugebiet in Deutschland ist die Mosel und dieses ist vom Weißwein geprägt. So sind mehr als 91 Prozent der Rebfläche mit weißen Sorten bestockt. Diesen berühmten Weißwein wollten wir unbedingt probieren. Die drei Gläser Weißwein wurden uns auf einem Holzbrett zusammen mit ofenwarmen Baguette serviert. Die edlen Tropfen schmeckten uns und uns kam die Songzeile: „Drinking wine, feeling fine“ in den Kopf. Dies traf in diesem Augenblick genau auf uns zu. Zum guten Tropfen Wein gab es für mich ein original Gericht aus dem römischen Kochbuch: „Pullus allecatus“, marinierte Hähnchenbrust in Hydrogarum auf gebratenem Möhren-Zucchinigemüse mit Mandeln und Aprikosen. Hydrogarum, auch Garum genannt, ist eine Standardgewürzsoße der antiken römischen Küche. Das Gericht wurde mir in einer braunen Keramikschale serviert und schmeckte wirklich richtig lecker. Die Kombination aus fruchtiger Aprikose mit würzigen Gemüse war sehr gelungen. Meine Freundin war nicht so experimentierfreudig wie ich und hatte sich für Hähnchenbrustfilet Gärtnerin Art in einer samtigen Burgundersauce mit frischen Gemüsestäbchen und Tagliatelle entschieden. Auch ihr schmeckte das Essen ausgezeichnet. Wir verbrachten noch eine ganze Weile in diesem herrlich gemütlichen Restaurant, das mitten im Zentrum Triers, mit Hauptmarkt auf der einen und Domfreihof auf der anderen Seite liegt. Die „Weinstube zum Domstein“ ist ein traditionelles Restaurant mit guter Küche und original römischen Speisen, die wirklich ein kulinarischer Genuss sind. Nach dem schmackhaften Essen und dem guten Tropfen Moselwein, konnte unsere Entdeckungstour der Römerstadt Trier weiter gehen. Wir hatten unsere Pause in vollen Zügen genossen und konnten dem Spruch nur zustimmen: „Wer nicht genießt, ist ungenießbar!“. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von dem Restaurant „Weinstube zum Domstein“ im schönen Trier.

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