Das Alte Rathaus: einst Schauplatz des Immerwährenden Reichstag mit grausamen Folterinstrumenten und Gefängnis im Keller

Regensburg Isabella Müller @isabella_muenchen

Die Stadt Regensburg zählt zu einer der schönsten Städte Bayerns. Sie liegt idyllisch an der Donau und hat eine wunderbar historische Altstadt mit vielen geschichtsträchtigen Gebäuden. Eines von ihnen ist das Alte Rathaus. Dieses Gebäude mit seinem 55 Meter hohen Turm wurde im 13. Jahrhundert erbaut, als Regensburg unter dem Stauferkaiser Friedrich II. im Jahr 1254 zur Freien Reichsstadt erhoben wurde. Das Alte Rathaus ist ein dreiteiliger Gebäudekomplex, der aus dem Rathausturm und Palais, dem gotischen Reichssaalbau sowie dem Barock-Rathaus besteht. Das Alte Rathaus beherbergte von 1663 bis 1806 den Immerwährenden Reichstag. Dieser fand in einem Anbau, der nach einem Brand 1360 entstand, statt und ist von außen durch seinen zweigeschossigen Erker gut erkennbar. So erschien der Kaiser auf dem Erker, wenn ein Beschluss erfasst wurde und verkündete ihn dem Volk. Im Jahr 1806 wurde der Immerwährende Reichstag, der als Vorläufer der deutschen Parlamente, der Europäischen Union und der UNO gilt, aufgelöst. Das Alte Rathaus wurde von der Bevölkerung wegen seines Folterkellers gefürchtet. Dort waren nicht nur Gefängnisse sondern auch eine Folterkammer untergebracht. Die Gefangenen wurden dort in absoluter Dunkelheit in eine Zelle gesperrt, um anschließend in der Fragstalt, einer Kammer mit grausigen Folterinstrumenten, verhört zu werden. Diese Folterkammer kann heute noch in Form von Führungen besichtigt werden. Das Alte Rathaus ist heute Sitz des Oberbürgermeisters und auch ein kleiner Teil der Stadtverwaltung von Regensburg ist dort untergebracht. Im Erdgeschoss befindet sich zudem die Tourist-Information und ein kleines Museum, das über die Geschichte der Regensburger Reichstage informiert. Das Alte Rathaus mit seinem Reichstagmuseum ist sehr sehenswert und ein lebendiges Zeugnis europäischer Geschichte. So entstanden im Alten Rathaus auch die bekannten Redewendungen „etwas auf die lange Bank schieben“ und „am grünen Tisch sitzen“. Diese legendäre lange Bank befindet sich im kurfürstlichen Nebenzimmer. Die Redewendung „am grünen Tisch“ geht auf die Vorschrift des Regensburger Reichstags zurück, dass die Verhandlungs- und Arbeitstische immer grün einzudecken seien. Im Alten Rathaus finden täglich Führungen statt, die durch den prachtvollen Reichssaal sowie die Folterkeller führen. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Alten Rathaus mitten in der Regensburger Altstadt. 🙂

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