Der Fluch der Meerjungfrau

Podersdorf am See ist eine Marktgemeinde am Neusiedler See, die als einziger Ort direkt am Wasser liegt und deren Wahrzeichen der Leuchtturm am westlichen Ortsrand am kleinen Hafen ist. Dieser Leuchtturm bietet einen wunderschönen Weitblick über den Neusiedler See, den größten Steppensee Mitteleuropas. Um diesen rankt die Sage vom Fluch der Meerjungfrau. Einst gab es viele Wassernixen, die zu gern in den Wellen des Neusiedler Sees tobten und in den nahe gelegenen Inseln, die mit Schilf bedeckt waren, herumalberten. Manchmal zeigten sie sich auch kurz den Menschen, die sich an ihrem wunderschönen Anblick erfreuten. Die einzigen, denen die liebreizenden Nixen jedoch ein Dorn im Auge waren, waren die Fischer. Besonders ein alter, geiziger Fischer, der immer mit reichlich Fischfang vom See zu seiner Hütte zurückkehrte und durch den Verkauf reich geworden war, missfielen die Meerjungfrauen. Denn diesen gab er die Schuld, wenn seine Beute einmal nicht so groß ausfiel. Er war fest davon überzeugt, dass die Nixen durch ihre neckischen Spielchen die Fische verjagen würden. Darum beschimpfte er sie auf übelste, wenn er sie manchmal zu Gesicht bekam. Eines Tages als er wieder mit seinem Kahn auf dem See schipperte, entdeckte er eine Meerjungfrau, die sich in einem seiner Netze verfangen hatte und trotz aller Bemühungen es nicht schaffte, sich selbst zu befreien. Sie flehte den Fischer an ihr zu helfen. Denn seit sieben Tagen und Nächten war sie schon im Netz gefangen und ihre Kinder weinten nach ihr. Der Fischer dachte aber nicht daran, der Nixe zu helfen. Er ärgerte sich vielmehr, dass diese eines seiner Netze zerrissen hatte. Sein ganzer Groll gegen die Nixen kam in ihm hoch und er stieß seine Harpune in den Körper der Meerjungfrau. Mit letzter Kraft, bevor sie sterbend ins Meer fiel, rief die Nixe: „Sei verflucht für deine ruchlose Tat! Nie sollst du die Deinen wiedersehen!“. Der Fischer lachte nur spöttisch und just in diesem Augenblick bebte der Seegrund ganz fürchterlich und eine tiefe Finsternis brach herein. Es zog ein schwerer Sturm auf, der den Fischer und sein Boot weit in den offen See hinaus trieben, wo ihn die Fluten für immer in die Tiefe zogen. Noch heute soll man an lauen Sommerabenden ein leises Plätschern im See hören. Dies soll der alte Fischer sein, der vergeblich versucht mit seinem Kahn das Ufer zu erreichen. Trotz großer Kraftanstrengung bewegt dieses sich nicht von der Stelle. Denn er ist dazu verdammt für immer auf dem See zu bleiben und nie wieder das rettende Ufer betreten zu können. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom wunderschönen Ort Podersdorf mit seinem herrlichen Leuchtturm am Neusiedler See im schönen Burgenland. 🙂

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