Im Liebeswahn auf Teneriffa

Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln, die vor der Küste Westafrikas liegt und den größten Berg Spaniens, den Pico del Teide, der mit seinen 3.550 Metern hoch in den Himmel ragt, besitzt. Die Hauptstadt der Insel ist Santa Cruz, dessen Wahrzeichen das 2003 eröffnete Auditorium von Teneriffa, das Konzerthaus ist, das als Vorbild das legendäre Opernhaus von Sydney hatte. Die schöne Hafenstadt, die bereits 1496 gegründet wurde, besitzt einen historischen Stadtkern, dessen Wahrzeichen die Kirche Nuestra Señora de La Concepción mit ihrem imposanten Glockenturm ist. Dort befindet sich ebenfalls die typisch spanische Markthalle Mercado Municipal Nuestra Senora de Africa, die 1944 in einem Gebäude im Kolonialstil errichtet wurde und jedes Feinschmeckerherz höher schlagen lässt. Eine grüne Oase der Stadt ist neben dem Palmetu, der mehr als 400 verschiedenartige Palmen-Arten beherbergt, der Plaza des Espana. Dieser ist der bekannteste Platz der Stadt, der mit seinen Parkbänken rund um den idyllischen Teich mit großer Fontäne zum Verweilen einlädt. Um diese schöne Stadt, die mit ihrer malerischen Kulisse der Gebirgs-Kette durch das nördlich angrenzende Anaga Gebirge beeindruckt, rankt die uralte Legende von der schönen Blume aus Chasna. Die ersten bekannten Einwohner Teneriffas waren die Guanchen. Diese Ureinwohner wurden im 15. Jahrhundert von den Spaniern während ihrer Eroberungszüge ermordet, versklavt und missioniert. Einer dieser spanischen Eroberer war Alonso Fernández de Lugo, der erbittert um die Eroberung Teneriffas kämpfte. Nach erstem Misserfolg unterwarfen sich schließlich die Guanchen, vom Kampf und den von den Spaniern eingeschleppten Krankheiten geschwächt, 1495 der Krone von Kastilien. Doch ein kleiner Ort wie in der weltberühmten Comicserie Asterix leistete den spanischen Eroberern hartnäckig Widerstand. Dieser Ort war Chasna, der sich nahe des Pico de Teide befindet. Um die letzten aufständischen Guanchen zu unterwerfen, beauftragte Alonso Fernández de Lugo den Kapitän Pedro Bracamante. Dieser machte sich mit seinen Truppen nach Chasna auf. Doch der Ort war menschenleer, da sich die Ureinwohner in Höhlen versteckten. Aber der Kapitän spürte deren Verstecke auf und ließ die Guanchen gefangen nehmen, um diese später als Sklaven zu verkaufen. Unter den Gefangenen war eine junge Frau, die wunderschön war. Der Kapitän war sofort fasziniert von der dunklen Schönheit. Doch diese spuckte ihm nur vor seine Füße. Zornig fesselte er ihre Hände auf den Rücken und brachte sie in sein Zelt. Dort gab die junge Frau seinen Avancen nach, wenn auch widerwillig. Nach einer Woche Aufenthalt in Chasna begaben sich der Kapitän zusammen mit seinen Truppen und den Gefangenen auf den Rückweg nach Santa Cruz. Durch das hektische Treiben konnten einige Gefangene fliehen und eine von diesen war die schöne junge Frau. Der Kapitän war außer sich vor Wut und ließ seine Männer die Flüchtlinge suchen. Doch alle Versuche, die Geflohenen aufzuspüren, scheiterten. Der Kapitän verfiel nach dem Verschwinden der jungen Frau in einen regelrechten Liebeswahn, aus dem ihm niemand befreien konnte. Nach seiner Rückkehr nach Santa Cruz verbrachte er die Tage in seinem Sessel sitzend mit starren Blick an die Wand. Dabei rief er immer wieder nach der schönen jungen Frau. Nach drei Monaten starb er schließlich. Seine letzten Worte waren „Vilaflor“, was „Ich sah die Blume des Tales“ bedeutet. Auf diesen Namen „Vilaflor“ tauften die Soldaten Lugos als letzte Ehre für ihren Kapitän den Ort Chasna, der bis heute so heißt. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der schönen Inselhauptstadt Teneriffas, Santa Cruz. 🙂

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