Das brotlose Dinner des Kurfürsten

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Anno 1449 verstarb der 25-jährige Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz, der auch der Sanftmütige genannt wurde. Nach seinem Tod übernahm sein Bruder Friedrich I. die Vormundschaft seines 13 Monaten alten Neffen Philipp, um so die Rechte eines Kurfürsten in Anspruch nehmen zu können. Am 13. Januar 1452 adoptierte er ihn schließlich. Die Bedingung dafür war die sogenannte arrogatio, eine Adoption nach römischen Recht. Diese widersprach aber dem in der Goldenen Bulle, ein in Urkundenform verfasstes kaiserliches Gesetzbuch, des gesetzten Reichsrechts. Darum kam es in der Regierungszeit des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem damaligen Kaiser Friedrich III., der dessen Rechtsbruch nicht anerkennen wollte. Aus diesem Grund rief Kaiser Friedrich III. mehrfach den Reichskrieg gegen ihn aus und verhängte die Reichsacht über ihn. Der Kurfürst Friedrich I. wurde zum erbitterten Gegner des Kaisers und zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen folgten, in denen sich der Kurfürst Friedrich I. erfolgreich gegen seine Feinde durchsetzen konnte, was ihm den Beinnamen „der Siegreiche“ einbrachte. Höhepunkt und Entscheidungsschlacht in diesem Badisch-Pfälzischen Krieg war die Schlacht bei Seckenheim am 30. Juni 1462, bei der die Pfälzer siegten. Nach dem Sieg des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz ließ er die drei besiegten Anführer der feindlichen Truppen, den Markgrafen Friedrich von Baden, seinen Bruder, den Bischof Georg von Metz sowie den Graf Ulrich von Württemberg gefangen nehmen. Diese wurden im Seltenleerturm des Heidelberger Schlosses untergebracht und kamen erst gegen die Zahlung von hohe Lösegeldern wieder frei. Als Siegeszeichen wurde auf der entscheidenden Stätte der Schlacht eine Pyramide mit einem Kreuz errichtet. Eine Anekdote besagt, dass der Kurfürst Friedrich I. viele Jahre nach der Schlacht bei Seckenheim seine ehemaligen drei gefangene Anführer zu einem fürstlichen Dinner in den Rittersaal des Heidelberger Schlosses lud. Es wurden die feinsten und exklusivsten Speisen und Getränke serviert, einzig das Brot fehlte, das damals ganz selbstverständlich zu jeder Mahlzeit gereicht wurde. Als seine Gäste den Kurfürst Friedrich I. verwundert nach dem Brot fragten, öffnete dieser die Fenster und zeigte auf die verwüsteten Felder, auf denen kein Getreide mehr angebaut werden konnte, um Brot herzustellen. So die Sage vom brotlosen Dinner des Kurfürst Friedrich I. im Rittersaal des Heidelberger Schlosses. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von einer der berühmtesten Schlossruinen Deutschlands, dem Heidelberger Schloss. 🙂

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