Der Ziegeleipark ausgezeichnet mit dem Deutschen Landschaftsarchitekturpreis – Libellenalarm und Schwäne inklusive

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Der Ziegeleipark im Heilbronner Stadtteil Böckingen hat eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Denn er war als Park nie geplant worden. Sein Name verrät seine damalige Funktion einer Ziegelei. Nach dem die Ziegelwerke bankrott gingen, lag das Gelände lange Zeit brach und diente als Bauschuttdeponie. Im Jahr 1985 erwarb die Stadt Heilbronn das Areal und beschloss statt einem weiteren lukrativen Baugebiet lieber eine grüne Naherholungsfläche für den an Grünflächen unterversorgten Stadteil Böckingen zu schaffen. Aus diesem Grund entstand auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei ein 15 Hektar großer Bürgerpark. Dieser Park erhielt 1995 den Deutschen Landschaftsarchitekturpreis für sein bundesweit richtungsweisendes Projekt ein Naherholungsgebiet zu schaffen. Dieses Pilotprojekt hat Vorbildcharakter und ich wollte diesen Park, in dem die Planer die frühere Bestimmung des Geländes innovativ in den Park integrierten, unbedingt besuchen. So befinden sich alle Gebäudereste und Abbruchmaterialien noch vor Ort als Recyclingschotter auf den Wegen oder eingebaut in die Parklandschaft. Dabei wurden die rund 15 Meter hohen Lösswände mit einem vierzig Meter breiten geschützten Geländestreifen naturnah erhalten. Ich besuchte den Ziegeleipark an einem heißen Sommertag. Hier gibt es schattenspendende Bäume und grün soweit das Auge reicht. Auf den Bäumen umsäumten Wegen spazierte ich an einem Bach entlang, der in einen wunderschönen 1,2 Hektar großen See fließt und den Kern eines Wasserspielplatz bildet. Der Ziegeleipark ist aufgrund seines großen Wasserspielplatzes, auf dem Kinder Dämme bauen sowie Wasser mit Pumpe und Förderschnecke bewegen können und seinem großen Spielplatz mit Klettergerüst, Rutschen und Schaukeln sehr beliebt bei der Bevölkerung. Die weitläufigen Wiesen laden zum Picknicken ein und am Biergarten am See kann man den Tag gemütlich bei einem Glas Wein ausklingen lassen. Ich genoss die grasbewachsenen Ufer mit den Sumpf- und Wasserpflanzen auf einer kleinen Insel. Hier schwirrten die Libellen um mich herum und die Schwäne schwammen mit ihrem Nachwuchs selig auf dem Wasser. Die Vögel zwitscherten und ich genoss dieses kleine Naturparadies mit seinem abwechselnden Kies- und Sandstrand. Der See wird von einem Quellbecken oberhalb des Wasserspielplatzes gespeist. Von dort aus fließt das Wasser in vielen Windungen durch den Wasserspielplatz in den See. Ich war beeindruckt von diesem Spektakel und erblickte bei meinem Rundgang die 15 Meter hohen Steilwände aus Lösslehm am Wasserturm, die Heimat seltener unter Naturschutz stehender Wildbienenarten sind. Der erst über zwanzig Jahre alte Park ist eine grüne Oase für Jung und Alt und hat viele Attraktionen zu bieten. So befindet sich neben dem Biergarten ein Mostbirnenrondell, das den Startschuss für den Mostbirnenwanderweg bildet. Ich suchte mir ein schattiges Plätzchen unter einem großen Baum und gönnte mir eine kleine Auszeit vom Stadtleben. Wie sagte schon der bekannte deutsche Schriftsteller Bertold Brecht: „Die Schwärmerei von der Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte!“. Aus diesem Grund sind solche geschaffenen Naherholungebiete wie der Ziegeleipark für die Bewohner ein wahres Wunder, verbinden sie doch Naturschutz ideal mit Erholungsinteressen. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos vom Ziegeleipark in Heilbronn-Böckingen, der ganzjährig geöffnet ist. 🙂

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