Die gotische Kilianskirche mit dem ersten Renaissanceturm nördlich der Alpen, der religiöse Missstände seiner Zeit darstellt

Isabella Müller Heilbronn Baden Württemberg Deutschland @isabella_muenchen

Eines der Wahrzeichen der baden-württembergischen Metropole Heilbronn ist die gotische Kilianskirche aus Heilbronner Sandstein, die dem heiligen Kilian geweiht ist. Die Geschichte dieses faszinierenden sakralen Bauwerks im Herzen der Innenstadt reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Um 1280 wurde sie anstelle einer romanischen Kirche als frühgotische Kirche erbaut. Gegen 1400 erhielt sie eine 18 Meter hohe dreiteilige Vorhalle mit einem Südportal zur Kirchbrunnenstraße und einem Nordportal zur Kaiserstraße. In den Jahren von 1447 bis 1454 wurden Seitenschiffe unter dem Baumeister, Steinmetz und Ratsherr Hans von Mingolsheim errichtet. Auch bei dem Umbau des Langhauses der Basilika zur Hallenkirche in den Jahren von 1458 bis 1460 war dieser beteiligt. Im Jahr 1487 folgte ein größerer Hallenchor als östlicher Abschluss. Der achteckige Turm, der als erster Turm mit Renaissanceelementen nördlich der Alpen gilt, wurde zwischen 1508 und 1529 unter Leitung des Steinmetzes Hans Schweiner erbaut. Dieser originelle Westturm wurde mit karikierenden Figuren verziert, die die religiösen Missstände seiner Zeit darstellen. 1529 wurde der Turm mit dem Steinernen Mann, der im Heilbronner Volksmund liebevoll „Männle“ genannt wird, gekrönt. Dieser Landsknecht ist 2,35 Meter groß und steht in einer Höhe von 60 Meter über dem Marktplatz der Stadt. Mich fasziniert immer wieder aufs Neue die Fassade, an der Vögel mit Menschenköpfen, Affen in Mönchskutten und zahlreiche Wasserspeier zu sehen sind. Die Kilianskirche wurde bei den Luftangriffen am 4. Dezember 1944 während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Ihr Wiederaufbau fand in den Jahren von 1946 bis 1974 und eine Renovierung ab 1984 statt. Besonders sehenswert im Kirchenraum ist der Hochaltar mit wertvollen Figuren von Hans Seyfer. Dieser gilt als Meisterwerk der spätgotischen Plastik und Altarkunst. Aufgrund der Tatsache, dass die Figuren in den Stollen des Salzbergwerks Kochendorf während des Zweiten Weltkriegs gebracht wurden, überstanden diese die Zerstörung der Kilianskirche. Der Hochaltar mit seinen Figuren ist mittlerweile über 500 Jahre alt. Neben dem Marienaltar sind auch die wunderschönen Buntglasfenster sehr sehenswert. Die Kilianskirche prägt wie kein anderes Gebäude das Stadtbild von Heilbronn und das Wahrzeichen der Stadt schlechthin. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieses schönen Sakralbaus im Herzen Heilbronns. 🙂

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