Das kopflose Gespenst des Graf Nadasdy

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Einst lebte in Wien der reiche ungarische Graf Franz III. Nadasdy, dessen Großmutter die legendäre Blutgräfin Elisabeth Báthory, die als eine der berühmtesten Serienmörderin der Welt gilt. Der ungarische Graf setzte sich unermüdlich für die Unabhängigkeit der Ungarn ein und verschwor sich dafür mit Rebellen. Doch der geplante Anschlag flog auf und der Graf wurde zu Tode durch Enthauptung verurteilt. Zwar war das Todesurteil unumgänglich doch der Kaiser Leopold I. ließ Gnade walten, in dem er ihn verschonte, dass seine rechte Hand, die sogenannte Schwurhand, abgehackt wurde. Denn dies war bei Verrätern üblich. Am 27.04.1671 wurde der Graf in Begleitung seiner Diener in einen unterirdischen Saal des Alten Rathauses in der Wipplingerstraße 6-8 im 1. Wiener Gemeindebezirk gebracht. Dort stand ein Altar, der mit einem schwarzen Tuch abgedeckt war und der Graf nahm auf einem ebenfalls schwarzen Sessel, der auf einem schwarzen Teppich stand, Platz. Sodann knöpften seine Diener seinen Rock auf, kämmten ihm sein Haar und legten ihm eine Augenbinde um. Danach wurde das Urteil samt der ihm zuteil gewordenen Gnade des Kaisers vorgelesen. Daraufhin schrie der Graf siebenmal „Jesus und Maria“, ehe ihm der Scharfrichter den Kopf abschlug. Nach der grausamen Enthauptung wurde sein blutiger Leichnam samt Kopf in einen Sarg gelegt, der in den Hof des Rathauses getragen und dem Volk präsentiert wurde. Von dieser Hinrichtung zeugt bis heute ein Gemälde in einem Raum im Erdgeschoss des Alten Rathauses. Der Graf selbst soll bereits 1669 eine böse Vorahnung von seinem Tod gehabt haben, was er ihn seinem Geheimen Tagebuch niedergeschrieben hatte. So träumte er, dass er ungarisch gekleidet, ohne Kopf und um den unteren Teil des Rumpfes ganz blutig aussah. Das Gespenst des Grafen, der seinen Kopf unter dem Arm trägt, soll sowohl in seinem Schloss Pottendorf als auch im Kloster Loretto gesehen worden sein. Der Graf wird wegen seines Patriotismus bis heute in Ungarn als Nationalheld verehrt. Euch wünsche ich ein schauriges Vergnügen mit meinen Fotos des Alten Rathauses in Wien. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabella.wien . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.