Die St. Ludgeri Kirche benannt nach Münsters Stadtgründer

Isabella Müller @isabella_muenchen Münster

Eine der ältesten Hallenkirchen des Münsterlandes ist die Ludgerikirche am Marienplatz in Münster, deren Schutzpatron der erste Bischof von Münster, der heilige Ludgerus, war. Dieser begann im Auftrag Karl des Großen mit der Missionsarbeit und gründete ein Kloster, um dieses die Stadt Münster heranwuchs. Anno 805 wurde Münster zum Bistum erhoben und der Paulusdom fertiggestellt. Die St. Ludgeri Kirche wurde um 1180 an der Stelle, an der sich eine Vorgängerkirche aus Holz befand, erbaut. Ihr jetziges Aussehen geht auf den Wiederaufbau nach einem großen Stadtbrand von 1393 zurück, bei dem sie massiv beschädigt wurde. Danach wurde sie um zwei Geschosse erhöht. Heute präsentiert sich der Sakralbau als harmonische Stilmischung. So schmiegt sich an den spätromanischen, markanten Vierungsturm über dem Querhaus nach Osten der gotische Hochchor an. An dem dreischiffigen romanischen Langhans aus Bruchsteinen reihen sich an der Westfront die zwei neoromanischen Türme. Diese wurden erst 1874 bis 1875 anstelle der beim Stadtbrand 1393 zerstörten beiden Türme errichtet. Als Vorbild der Türme dienten die Zwillingstürme der Kölner St. Gereon Kirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1944 stark zerstört und ihr Wiederaufbau dauerte bis 1961. Besonders beeindruckend ist das Westportal mit Tympanon, das den heiligen Ludgerus, seine Schwester und den Dichter Bernalf darstellt. Das Portal öffnet seine Pforten nur anlässlich der Liturgieprozession. Den Haupteingang bildet das Südportal. Die Kirche mit ihren massiven Kreuzpfeilern, dem gotischen Chor und dem romanischen Triumphbogen im Inneren beherbergt vor den Chorfenstern lebensgroße Sandsteinfiguren von Bernt Katman. Im Zentrum der Apsis steht ein Tiroler Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert. Faszinierend ist neben der burgundischen Madonnenstatue aus dem 18. Jahrhundert an der südöstlichen Querschiffwand sowie den zwei Tafelgemälden aus dem 16. Jahrhundert, die von Nikolaus tom Ring stammen sollen, auch der armlose Christus im südlichen Turmjoch. Dieser wurde 1929 von Heinrich Bäumer geschaffen und befand sich einst hoch oben am Triumphbogen. Doch bei einem Bombenangriff während des Zweiten Weltkrieges 1944 verlor er beide Arme. Heute symbolisiert der Christus am Kreuz mit der Inschrift: „Ich habe keine anderen Hände als die euren“ ein eindringliches Mahnmal. Um die sehenswerte St. Ludgeri Kirche, vielmehr ihren Schutzpatron, den heiligen Ludgerus, rankt folgende Legende. Als der Bischof 809 verstarb, wollte man den Bistumsgründer in seiner Stadt Münster beerdigen. Doch plötzlich ertönte ein Ruf durch die ganze Stadt, der lautete: „Hier will ich nicht begraben sein!“. Aus diesem Grund spannte man zwei Ochsen vor den Karren, worauf der Leichnam Ludgerus lag. Ohne festes Ziel zogen die Ochsen den Karren und blieben in Werden, einem heutigen Stadtteil von Essen stehen. Hier hatte Ludgerus einst ein Kloster gegründet und darum wurde er dort beigesetzt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der St. Ludgeri Kirche in Münsters Altstadt. 🙂

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