Die magischen Orkney Inseln

Vor der Nordküste Schottlands umgeben vom Atlantik und der Nordsee befinden sich das Archipel Orkney, das aus fast 70 kleinen Inseln und der größten Insel Mainland besteht, auf der Kirkwall, die Hauptstadt der Orkney Insel liegt. Diese altnordische Stadt mit ihren über 8.500 Einwohnern wurde bereits im 11. Jahrhundert von dem Jarl Rognvald Brusason gegründet. Jarl ist in den nordischen Ländern ein Fürstentitel, der dem deutschen Grafen entspricht. Die Wahrzeichen und das Herz von Kirkwall sind der Earl´s Palace, eine Burgruine, der Bishop´s Palace, eine ehemalige Bischofsresidenz und die imposante St. Magnus Kathedrale aus rotem und gelben Sandstein. Die Gründung dieser Kathedrale wurde sogar in der legendären Orkneyinga Saga dokumentiert. Mit dem Bau der Kirche wurde 1137 unter dem norwegischen Jarl Rognvald begonnen, der die Ehre seines Onkels, Jarl Magnus, dem sie gewidmet wurde und dessen Name sie trägt, wiederherstellen wollte. Die Grafschaft Orkney wurde ab 1117 von dem Jarl Magnus und seinem Cousin, dem Jarl Haakon regiert. Doch beide zerstritten sich so fürchterlich, dass nur ein Duell ausgetragen auf der 15 Kilometer entfernten Insel Egilsay, darüber entscheiden sollte, wer regiert. Bei diesem Duell sollten beide nur mit zwei Schiffen anreisen. Aber Haakon hielt sich nicht an die Absprache und reiste mit 8 Schiffen zur Insel. Magnus wurde festgenommen und von Haakons Koch getötet, in dem er ihn den Schädel mit einer Axt spaltete. Fortan herrschte Haakon allein über die Grafschaft Orkney. Im Jahr 1137 kam Magnus Neffe Rognvald nach Orkney und verlangte die Hälfte der Grafschaft von Haakons Sohn zurück. Fortan regierte Rognvald die Grafschaft Orkney und begann mit dem Bau der nördlichsten Kirche Großbritanniens, die auch Licht im Norden genannt wird. Er löste damit sein Versprechen ein, eine Kirche zum Andenken seines Onkel Magnus zu bauen. Sowohl Magnus als auch Rognvald wurden nach der Fertigstellung des Sakralbaus heilig gesprochen und ihre Reliquien befinden sich in den alten Gemäuern der über 850 Jahre alten Kirche. Kirkwall und die gesamten Orkney Inseln gelten als eine magisch Welt der Mythen und Legenden. So gibt es die Insel Eynhallow, die nach einer Epidemie im Jahr 1851 unbewohnbar ist und zu der nur einmal im Jahr an einem Tag im Juli ein Boot fährt. Laut einer uralten Legende soll dort das Finfolk gelebt haben. Diese dämonischen Meeresmenschen sollen die Frauen und Männer der Orkney Insel entführt und zur Heirat gezwungen haben. Bis an ihr Lebensende wurden sie gefangenen gehalten und als Sklaven behandelt. Erst ein wütender schottischer Bauer soll die Insel von den gespenstischem Meeresvolk aus Rache für die Entführung seiner Ehefrau befreit haben. Doch trotzdem kommt es bis heute immer wieder zu unerklärlichen Vorfällen. So wurden bei der einmal im Jahr stattfindenden Rückfahrt zwei Menschen vermisst, die trotz großer Suchaktion nicht wieder gefunden wurden. Die Bevölkerung glaubte, dass diese vom Finfolk entführt worden waren, das immer noch in Verstecken auf der Insel lebt. Die Insel gilt bis heute als verfluchter Ort. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von dem etwas verschlafenen schottischen Nest Kirkwall, das mit seinen mittelalterlichen Gassen und der Uferpromenade seinen ganz eigenen Charme versprüht. 🙂

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