Madeira und der verschollene Polenkönig

Madeira ist eine tropische Insel im Nordatlantik, die aufgrund ihrer atemberaubenden Landschaft auch als Perle des Atlantik bezeichnet wird. Denn durch das ganzjährig milde Klima besitzt die Insel eine Vielfalt an Blumen und Pflanzen. Eine davon die Strelitzie, die sogenannte Paradiesblume, die wie der Madeira-Wein, der auch als Nektar der Götter bezeichnet wird, zum Wahrzeichen der Insel wurde, die aus ruhenden Vulkanen, unterirdischen Flüssen und dem prächtigen Lorbeerwald, der zum UNESCO Kulturerbe gehört, besteht. Von dieser spektakulären Flora und Fauna zeugt auch der Name Madeira, der Insel des Waldes bedeutet. Diesen Namen gaben der Insel 1420 ihre Entdecker der portugiesische Kapitän João Gonçalves Zarco und der Seefahrer Tristão Vaz Teixeira. Ein Jahr zuvor hatten diese Porto Santo, die erste Insel im Madeira-Archipel entdeckt. Die Hauptstadt der malerischen Blumeninsel, die auch die Heimat des fünffachen Weltfußballers Cristiano Ronaldo ist, dem die Insel ein Museum und eine Statue gewidmet hat, ist Funchal. Das Wahrzeichen dieser wunderschönen Hafenstadt mit herrlichen Blick auf die Berge ist neben der Sé Kathedrale, auch der bunte Markt Mercado dos Lavradores, der alles bietet, was das kulinarische Herz begehrt. Um diese außergewöhnliche Insel Madeira mit ihrem tiefblauen Meer und den grünen Bergen, rankt die Sage vom verschollen Polenkönig Władysław von Warna. Władysław III. war König von Polen und Ungarn und wurde am 10. November 1844 bei der Schlacht von Warna zwischen den osmanischen Truppen und den Kreuzfahrerheer, das von ihm und dem Ungarn Johann Hunyadi angeführt wurde, nicht nur vernichtend geschlagen, sondern angeblich auch getötet. Doch die Leiche des erst 20 Jahre alten Königs blieb verschollen. Schnell machte das Gerücht die Runde, dass der polnische König unter falscher Identität nach Madeira geflüchtet sei. Denn dort tauchte ein mysteriöser Mann auf, der ein Schreiben des portugiesischen Prinzen, Heinrich des Seefahrers hatte, um auf der Insel leben zu können. Der Mann nannte sich Henrique Alemão, was Heinrich der Deutsche bedeutet, der sich in dem Ort Madalena do Mar niederließ und die Tochter einer der vornehmsten Familien der Insel heiratete mit der er zwei Kinder hatte. Doch eines Tages tauchten Franziskaner-Mönche auf, die vom polnischen Königshaus geschickt worden waren. Diese erkannten in Henrique Alemão ihren verschollen König Władysław III. und forderten ihn auf in seine Heimat zurückzukehren. Henrique Alemão leugnete, dass er der Polenkönig sei und hielt dies für Hirngespinste der Mönche, die den Herrscher Portugals aufsuchten und diesen baten, ihren König zur Heimkehr zu bewegen. Doch Henrique Alemão beteuerte auch vor dem portugiesischen Königshof, dass er nicht der verschwundene König Polens sei. Er durfte in Madeira bleiben, wo er wenig später bei einer Bootsfahrt durch einen herabstürzenden Felsen der Steilwand Cabo Girão getötet wurde. Der Leichnam von Henrique Alemão wurde in der Kirche in Madalena do Mar bestattet. Dasselbe Schicksal ereilte später auch seinen Sohn, der wie sein Vater durch einen Felsen bei einer Bootsfahrt entlang der Steinküste Cabo Girão ums Leben kam. Eine osmanische Legende besagt, dass der Soldat Buchrychader den Leichnam des Polenkönig Władysław III. nach der Schlacht von Warna in einem Graben gefunden hat. Diesen schlug er den Kopf ab und brachte ihn als Trophäe dem Sultan Murad II., der den Kopf auf eine Lanze seines Heeres steckte und anschließend in Honig einlegte, um ihn zu konservieren. Welche Legende auch stimmen mag, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Fakt ist, dass der Leichnam des blutjungen Polenkönigs Władysław III. nie gefunden wurde und so sein Grabmal in der Wael-Kathedrale zu Krakau bis heute leer ist. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der Insel des Ewigen Frühlings wie Madeira wegen ihres frühlingshaften Klimas, auch genannt wird. 🙂

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