Die unheimliche Teufelsmühle

In Podersdorf am See befindet sich im burgenländischen Seewinkel die größte Windmühle Österreichs. Diese über 160 Jahre alte Mühle ist noch vollständig erhalten. Eine solche Mühle befand sich einst auf dem Wienerberg im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Der Favoriten ist der bevölkerungsreichste Bezirk Wiens, in dem 10 Prozent aller Einwohner Wiens leben. Unvorstellbar, dass es dort jahrhundertelang nur einige Bauernhöfe sowie Wiesen und Felder gab. In diesem damals noch unbebauten Land stand an einer abgelegenen Straße eine Mühle, die viele Jahre von ehrlichen Bauersleuten betrieben wurde. Nach dem diese verstorben waren, kaufte der Raubritter Kilian von Drachenfels die Mühle am Wienerberg. Dabei ließ er die Mühlräder nur pro forma laufen, um den Anschein zu erwecken, dass dort ein echter Müller lebte. Die Mühle erweiterte er um ein Gasthaus, in der die Fuhrleute aus Wien übernachten konnte. Diese raubte er zusammen mit seinem Gefolge nachts aus und brachte sie um. Der kriminelle Raubritter war mit einer gutherzigen Frau verheiratet, die ihn ständig anflehte von seinem Räuberleben abzuschwören. Doch der Raubritter dachte gar nicht daran und lachte sie nur aus. Als sie ihn eines Tages wieder darum bat, wurde er zornig und drohte ihr, sie in den Brunnen zu werfen, wenn sie noch einmal damit anfangen würde. Tatsächlich machte er eines Tages seine Drohung war und warf seine Frau in den Brunnen, als diese ihn wieder beschwor sein unsteten Lebenswandel aufzugeben. Just in diesem Moment bebte die Erde und riss ein Loch in den Boden, in dem der Ritter mit seinem Gefolge unter Schreckensschreie gezogen wurden. Seit diesem Tag stand die Mühle still und zerfiel zusehends. Die Mühle galt als verfluchter Ort, den die Menschen mieden. Eines nachts kam ein Fuhrmann um Mitternacht an der Mühle vorbei. Er hörte die Mühlräder mahlen und ein Stimmengewirr, als er nachsah, fand er jedoch niemanden dort vor und die Mühle stand still. Voller Angst fuhr er schleunigst zurück nach Wien und kehrte in ein Wirtshaus ein, wo er von dem seltsamen Spuk berichtete. Seitdem hieß die Mühle Teufelsmühle, um die geisterhafte Spukgeschichten kursierten. So soll der Teufel höchstpersönlich mit einer Peitsche den Raubritter und seine Knechte immer um Mitternacht antreiben, die schwere Mahlarbeiten zu verrichten, die dies unter lautem Jammern tun. Der Spuk soll erst zu Ende sein, wenn seine Frau aus dem Brunnen geborgen und in der erde begraben wird. Derjenige, der die Frau erlöst, wird mit einem Schatz belohnt. Viele Jahre strichen ins Land bis eines nachts gegen 11 Uhr ein junger Ritter mit seinem Knappen auf ihren Pferden an der Mühle vorbei kamen. Da ein Gewitter aufgezogen war, suchten sie Unterschlupf in der alten Mühle. Nur eine kleine Ecke war trocken, denn das Dach der Mühle war über die vielen Jahre eingebrochen. Sie richteten ihr Nachtquartier ein, legten aber ihre Schwerter auf die Seite, damit sie diese im Falle eines Angriffs gleich griffbereit hatten. Punkt zwölf Uhr ertönten aus einer alten Standuhr in der Mühlstube zwölf Schläge und wie durch Geisterhand ihr der Raubritter mit seinem Gefolge und machte sich an die Arbeit. Der junge Ritter sprang von seinem Bett auf und rief laut, wie er die Männer von ihrem Fluch erlösen könne. Da hörte er aus der Ferne eine Frauenstimme, die zu ihm sagte, dass er sie aus dem Brunnen holen und in der Erde begraben müsse. Dann sei sie erlöst und auch ihr Mann mit seinem Gefolge wird Ruhe finden. Dann ertönte von der Uhr der Schlag zur ersten Stunde des Tages und der ganze Spuk war wieder vorbei. Der Ritter und sein Knappe legten sich schlafen und am nächsten Morgen kletterte er mit einer Leiter in den Brunnen. Er fand die Leiche der Frau und begrub sie in der Erde. Kaum hatte er ihr Grab zugeschüttet, hörte er erneut eine Frauenstimme, die sich bei ihm bedankte und sagte, dass er auf seine Burg zurückkehren sollte. Denn auf seinem Tisch wartet ein Schatz für ihn, als Lohn für seine gute Tat. Der Ritter ritt mit seinem Knappen zu seiner Burg und tatsächlich stand auf dem Tisch ein Sack, der prall gefüllt mit Goldmünzen war. Seit diesem Tag hörte der Spuk in der Teufelsmühle auf, die vollends verschwunden war. Heute erinnert an die Teufelsmühle ein Wirtshaus mit der Aufschrift: „Gasthof zur Teufelsmühle“. Die Sage von der Teufelssage am Wienerberg ist so populär, dass der österreichische Theaterdirektor und Theater-Schriftsteller des Alt-Wiener Volkstheaters sogar das Theaterstück „Die Teufelsmühle am Wienerberg“ schrieb. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der größten Windmühle Österreichs, der Windmühle in Podersdorf am See. 🙂

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