Der bunte Kunsthandwerkermarkt und die Sage vom Lumpenglöckle

Isabella Mueller Mosbach Baden @isabella_muenchen

Vom 06. bis zum 07. Dezember 2021 verwandelte sich Mosbachs Innenstadt in einen einzigen Kunsthandwerkermarkt, in dem ich feines Kunsthandwerk gepaart mit Handwerkskunst hautnah erleben konnte. Denn in der ganzen Fußgängerzone und am historischen Marktplatz verteilten sich rund 50 Stände, die von genähten Taschen über Schmuck, Gedrechseltes, Figuren aus Schmiedeeisen bis hin zur handgefertigten Keramik ihre Waren anboten und das im historischen Ambiente der Altstadt. Besonders am Marktplatz mit dem imposanten Rathaus, das von 1554 bis 1558 auf den Resten der Cäcilienpfarrkirche erbaut wurde, tummelten sich die Menschen. Einst wurde im Rathaus im Renaissance-Stil im Erdgeschoss Markt gehalten. Darüber tagte im Bürgersaal heute wie früher der Stadtrat. Zudem wurde dort auch Gericht gehalten und es fand sogar ein Prozess der Stadt mit dem legendären Götz von Berlichingen hier statt. In diesem Stock befand sich neben Amtsräumen, auch ein altes Archiv und eine Ratsküche. Im zweiten Stockwerk gab es eine große Stube, eine Rüstkammer und einen Tanzboden. Das Dachgeschoss diente als Depot für Getreide. Besonders markant am Rathaus ist sein 34 Meter hoher Turm mit seiner welschen Haube, der früher als Kirchturm fungierte und von dem noch das Lumpenglöckle, der heute insgesamt drei Glocken zeugt. Um diese rankt die Sage der Pfalzgräfin Johanna, der Gemahlin Otto I., der von 1410 bis 1461 in Mosbach residierte. Einst soll diese sich bei einem Jagdausritt in den Michelherd-Waldungen verirrt haben. Ihr Gemahl machte sich große Sorgen, da bereits die Nacht hereingebrochen und seine geliebte Ehefrau immer noch nicht zurück war. Aus diesem Grund ließ er die Glocke der ehemaligen Cäcilienkirche läuten, deren Klang der Fürstin als Orientierung diente. So konnte diese trotz Dunkelheit ihren Weg nach Hause finden und kehrte exakt um 22.45 Uhr heim. Deshalb ertönt bis heute jeden Abend um diese Zeit das Lumpenglöckle. Sein Name leitet sich davon ab, dass jeder Mann, vielmehr „Lump“, der im Wirtshaus noch zu später Stunde sitzt, an seine Heimkehr denkt. Direkt gegenüber vom Rathaus befindet sich das schönste Fachwerkhaus Mosbach, das sogenannte Palm´sche Haus. Dieses wurde von den Schrägmüllers, einem angesehenen und wohlhabenden Beamtengeschlecht im kurpfälzischen Oberamt Mosbach erbaut und 1610 fertiggestellt. Beeindruckend ist seine wunderschöne Fassade mit ihren kunstvoll durch Schnitzereien und Bemalungen geschmückten Holzbalken. Ich war nicht nur vom Kunsthandwerkermarkt, in denen Künstler und Kunsthandwerker ihre handgefertigten Produkte stilvoll präsentierten, sondern auch von dem einzigartigen Gebäudeensemble auf dem Marktplatz begeistert, die meinen Marktbesuch zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Mosbacher Kunsthandwerker Markt und den historischen Gebäuden auf dem belebten Marktplatz. 🙂

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