Der Speyrer Kaiserdom: Größter romanischer Sakralbau Europas

Isabella Müller @isabella_muenchen Speyer

Das Wahrzeichen der rheinland-pfälzischen Stadt Speyer ist der imposante Kaiserdom, der seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Den Grundstein der größten erhaltenen romanischen Kirche Europas und das Grabgelege deutscher Kaiser und Könige legte 1025 der salische Kaiser Konrad II., der „Speyer I“ genannt wurde. Damit wollte er seinen Herrschaftsanspruch als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ausdrücken. Anno 1041 wurde die Krypta geweiht. Dieser älteste Teil des Doms ist die letzte Ruhestätte von insgesamt acht salischen, staufischen und habsburgischen Kaisern und Königen. Zudem wurden dort auch die Bischöfe von Speyer beigesetzt. Die Weihe des Speyrer Doms fand unter Kaiser Heinrich IV. , ein Enkel Konrad II., statt. Dieser ließ ihn um 1080 umbauen. Neben den vier hohen Flankentürmen und der Überwölbung des Mittelschiffs, erhielt der Dom als erste Kirche eine vollständige umlaufende, begehbare Zwerggalerie. Diese zweite Kirche wurde als „Speyer II“ 1106 fertiggestellt und war zu dieser Zeit die größte Kirche des Abendlandes und auch die erste Kirche mit einem überwölbten Hauptschiff. Anno 1689 wurde Speyer und auch der Dom im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die französischen Truppen Ludwig XIV. niedergebrannt. Dabei stürzte das westliche Gewölbe ein und die Krypta wurde ausgeraubt. Der Wiederaufbau des Doms erfolgte von 1772 bis 1778 unter Franz Ignaz Neumann. Doch im Zuge der Französischen Revolution wurde der Dom von Revolutionstruppen 1794 abermals verwüstet. Im Jahre 1801 wurde das Bistum Speyer aufgelöst und die katholischen Gemeinden dem Bistum Mainz unterstellt. Vier Jahre später, 1805, sollte der Dom wegen Baufälligkeit sogar abgerissen werden. Nachdem Wiener Kongress fiel die Pfalz 1815 an Bayern. Dadurch wurde das Bistum Speyer wiedererrichtet und der Dom erneut zur Bischofskirche erhoben. Nach einer Renovierung 1822 wurde der Dom neu geweiht. Unter König Ludwig I. wurde in den Jahren von 1846 bis 1858 der Westbau nach den Plänen von Heinrich Hübsch rekonstruiert und das Innere des Doms wurde mit Fresken von Johann von Schraudolph und Joseph Schwarzmann ausgemalt. Diese wurden bei der Domrestaurierung von 1957 bis 1961 wieder entfernt. Nur der 24-teilige Marienzyklus verblieb im Mittelschiff des Doms. Heute befinden sich die neun Fresken im neu gestalteten Kaisersaal, deren Höhepunkt die Marienkrönung mit einer Grundfläche von 70 Quadratmetern ist. Der Kaisersaal hat eine Grundfläche von knapp 500 Quadratmetern und misst eine Höhe von 25 Metern. Diesen gewaltigen Saal erreicht man über 90 Stufen. Danach führen weitere 214 Stufen zur Turmspitze hinauf. Hier befindet sich in 60 Metern Höhe eine Aussichtsplattform, die ein einzigartiges Panorama über die Stadt und die Vorderpfalz bietet. Der Kaiserdom, der offiziell Dom St. Maria und St. Stephan heißt, ist ein Dom der Superlative, der nicht nur der größte romanische Sakralbau Europas ist, sondern auch die erste Kirche mit umlaufender, begehbarer Zwerggalerie sowie eine der weltweit größten Krypten und eine der größten Domtüren der Welt besitzt. So ist das Speyrer Hauptportal, das von dem Salzburger Künstler Toni Schneider-Manzell geschaffen wurde, der einen ausgeschriebenen Künstlerwettbewerb 1964 gewann, 8 Meter Hoch, 3,5 Meter breit und hat ein Gesamtgewicht von 6 Tonnen. Es stellt die gesamte biblische Heilsgeschichte auf der Außenseite dar. Neben dem bemerkenswerten Hauptportal gibt es noch fünf weitere Seitenportale. Ich bin immer wieder fasziniert von diesem mächtigen Dom, der fast 1805 dem Erdboden gleich gemacht worden wäre. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom monumentalen Speyrer Kaiserdom. 🙂

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