Die Alte Brücke Heidelberg mit dem Brückenaffen – the monkey on the bridge

Isabella Mueller, @isabella_muenchen

Die Alte Brücke in Heidelberg zählt zu einer der bekanntesten Wahrzeichen der baden-württembergischen Stadt Heidelberg. Die 200 Meter lange und 7 Meter breite Brücke verbindet die Altstadt mit dem Neckarufer am östlichen Ende des Stadtteils Neuenheim. Heutzutage zählt die Alte Brücke, die eigentlich nach ihrem Erbauer dem Kurfürsten Karl Theodor, Carl-Theodor-Brücke heißt, zu einen der Touristenattraktionen in Heidelberg. Ich bin schon sehr oft über die im 18. Jahrhundert aus Neckartäler Sandstein erbaute Brücke mit ihren neun Bogen gelaufen und bewundere nach wie vor ihre Schönheit und den traumhaften Blick von ihr auf den Neckar. Der Kurfürst Karl Theodor ließ die Steinbrücke zwischen 1786 und 1788 erbauen, da die vorherigen Brücken aus Holz immer wieder durch Hochwasser und Kriege zerstört wurden. Mein Weg von der kopfsteingeplasterten Altstadt führte mich zum nördlichen Brückentor und dort begrüßte mich der Heidelberger Brückenaffe. Seine Bedeutung reicht ins Jahr 1481 zurück. Damals saß er im Turm der damaligen Brücke und begrüßte mit dem Kurpfälzischen Gruß, dem Griff ins blanke Hinterteil, spöttisch seine Besucher. Sein Hinterteil war dabei in Richtung Kurmainz gerichtet und somit galt der spöttische Gruß den Mainzer Bischöfen. Die Heidelberger Bevölkerung demonstrierte damit, dass sie nicht mehr den Bischöfen, sondern den Kurfürsten gehörte. Der Affe hatte zudem einen Spiegel in der Hand, der die Bevölkerung zur kritischen Selbstreflexion aufforderte. Der Affe wurde im Pfälzer Erbfolgekrieg zerstört. Auf Wunsch des Vereins „Alt Heidelberg“ wurde vom deutschen Bildhauer Professor Gernot Rumpf 1977 ein bronzener Brückenaffen entworfen, der 1979 auf der Brücke aufgestellt wurde. Der Brückenaffe symbolisiert durch seinen Spiegel und Ring neben der Eitelkeit mit seinem blanken Hinterteil auch die Lüsternheit und Hässlichkeit. Der ausgestreckte Finger an seiner rechten Hand dient dazu die bösen Blicke abzuwenden. Somit bekommen alle, die den Affen spöttisch anschauen, den Spott einfach zurück. Neben dem Affen ist auch eine Plakette mit dem Gedicht von Martin Zeiler aus dem 17. Jahrhundert angebracht: „Was tust Du mich hier angaffen? Hast Du nicht gesehen den alten Affen. Zu Heidelberg sieh Dich hin und her. Da siehst Du wohl meines Gleichen mehr.“ Der Kopf des Affen ist übrigens hohl und jeder kann seinen Kopf hineinstecken und ein Selfie machen. Neben den Affen gibt es noch zwei Mäuse. Eine Legende besagt, wer die Mäuse streichelt, wird viele Kinder bekommen. Wer den Spiegel streichelt, der wird zu Wohlstand gelangen und wer über die ausgestreckten Finger streichelt, der kommt wieder zurück nach Heidelberg. Ich bewundere immer diese wunderschöne Brücke, auf der sich neben dem Denkmal des Kurfürsten Karl-Theodor auch eine Skulptur der römischen Göttin Minerva, der Göttin der Weisheit befindet. Beide Skulpturen stammen von dem Bildhauer Konrad Linck. Auf dem Denkmal des Kurfürsten am südlichen Neckarufer befinden sich auf dem zweistufigen Sockel Figuren, die die wichtigsten Flüssen im vom Kurfürsten regierten Gebieten Rhein und Mosel sowie Donau und Isar symbolisieren. Auf der im Sockel des Standbildes eingelassenen Inschrift steht: „Dem Vater der Pfälzer, Carl Theodor, haben dies Denkmal in frommer Verehrung Senat und Volk von Heidelberg errichtet im Jahr 1788“. Dieses Denkmal des Kurfürsten zeigt den Dank der Heidelberger Bürger für den Brückenbau. Darüber hinaus befindet am Nordufer der Brücke eine Kopie des Brückenpatron Johannes Nepomuk, das Original steht im Kurpfälzischen Museum. Ich liebe es von der Alten Brücke aus über den Neckar zu blicken und für ein paar Minuten innezuhalten. Das Panorama ist einfach atemberaubend schön und ich bin froh, dass die Alte Brücke nach ihrer Zerstörung am 29. März 1945 durch deutsche Soldaten, durch eine Spendenaktion wiederaufgebaut werden konnte. Der Startschuss zum Wiederaufbau wurde am 14. März 1946 gegeben und die Einweihung der Alten Brücke fand am 26. Juli 1947 statt. Die Brücke wurde zudem in den World Monuments Fund aufgenommen, einer Liste der am meist gefährdeten Denkmäler in der ganzen Welt. Für mich beginnt mein Heidelbergbesuch immer mit der Alten Brücke, die sich so idyllisch in das Heidelberger Stadtbild aus Fluss und Bergen einrahmt. Wie sagte schon der deutsche Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe über Heidelberg: „Die Stadt in ihrer Lage und mit ihrer ganzen Umgebung hat, man darf sagen, etwas Ideales.“ In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von der Alten Brücke in der schönen Neckarstadt Heidelberg.

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