Das höllische Bärentor

Isabella Müller Leimen Heidelberg @isabella_muenchen

Im Mittelalter gab es in Leimen bei Heidelberg das mächtige Bärentor. Das größte Tor der Stadt war Teil der Stadtbefestigung und verdankt seinen Namen den sich dort befindenden Gasthof „Zum schwarzen Bären“. Das abgerissene Bärentor bestand aus einem Turm, der vermutlich 13 Meter hoch, 12 Meter breit, 4 Meter tief und in zwei Gebäudehälften aufgeteilt war. So befand sich in der linken die Zollstation der Kirchheimer Zent, was dem Turm im Volksmund den Namen Alter Centturm einbrachte und in der rechten Gebäudehälfte war ein Gefängnis mit samt der Wohnung des Gefängniswärters beheimatet. Aus katholischen Kirchenbüchern ist zu entnehmen, dass dort bis Ende des 18. Jahrhunderts mehrere Inhaftierte auf ihre Todesstrafe warteten. Neben einer Kindsmörderin, wurdendort auch eine Giftmörderin, die ihren Mann aus Liebe zu einem Soldaten umbrachte, sowie eine Mörderin, die Ehemann und Schwiegervater heimtückisch getötet hatte, gefangen gehalten. Das Bärentor war ein sogenanntes Malefizgefängnis, ein Gefängnis für Schwerverbrecher, das der gesamten Kirchheimer Zent diente. Die Kirchheimer Zent war der Verwaltungsbezirk der Kurpfalz. Heute erinnert an das Bärentor nur noch das Hotel und Restaurant „Zum Bären“, an dessen Vorgängerbau sich der erste Briefkasten Leimens befand sowie der Bärentorbrunnen. Das ehemalige Bärentor, vielmehr seine Geschichte, konnte ich anhand des historischen Stadtrundgangs durch Leimen hautnah erleben. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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