Die Hermesvilla in Wien: Kaiserin Sisi’s Schloss der Träume

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Als Schloss der Träume wird die Hermesvilla im ehemals kaiserlichen Jagdgebiet Lainzer Tiergarten in Wien bezeichnet. Ich wollte dieses Schloss, das Kaiser Franz Joseph I. seiner Kaiserin Elisabeth, im Volksmund Sisi genannt, schenkte, unbedingt besuchen. Das Schloss inmitten der Natur sollte die reiselustige Kaiserin dazu bewegen öfter in Wien zu verweilen. Die romantische Villa, die im Zeitraum von nur 5 Jahren in den Jahren 1882 bis 1886 nach den Plänen des bekannten Wiener Ringstraßen-Architekten Carl von Hasenauer erbaut wurde, hieß ursprünglich „Villa Waldruh“. Doch die Kaiserin beauftragte den Berliner Bildhauer Ernst Herter mit der Gestaltung der Skulptur „Hermes der Wächter“, die bis heute im Zentrum des Parks thront. So erhielt die Vila ihren Namen Hermesvilla. Diese prächtige Villa wurde zwischen 1887 und 1889 regelmäßig im späten Frühjahr vom Kaiserpaar genutzt. Nach 1911 hatte die Villa mehrere Eigentümer und wurde sogar als Filmkulisse in den 1960er Jahren von Walt Disneys Film „Die Flucht der weißen Hengste“ genutzt. Am 4. November 1969 wurde die Villa an den „Verein der Freunde der Hermes-Villa“ vermietet und nach grundlegender Sanierung ab dem 9. Oktober 1971 schrittweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute befindet sich im ersten Stock eine beeindruckende Ausstellung zur Geschichte der Villa sowie eine Außenstelle des Historischen Museums, in der regelmäßig Sonderausstellungen gezeigt werden. Neben prunkvollen Gemälden aus der Zeit des Historismus von Hugo Charlemont sowie Gustav Klimt ist vor allem das Schlafzimmer der Kaiserin mit gigantischem Prunkbett aus der Zeit Maria Theresias und den herrlichen Wandmalereien für die Shakespeares „Sommernachtstraum“ als Inspiration diente und deren Entwürfe von Hans Makart stammen, absolut faszinierend. Vom Lainzer Tor gelangte ich nach über 1 Kilometer Fußmarsch mitten durch den Wiener Wald zur Hermesvilla. Sisi´s Schloss der Träume verzauberte mich vom ersten Moment an mit seiner Mischung aus Renaissance- und Barockelementen. Der zweigeschossige Bau mit Fassadenverkleidung aus Hausteinen und bandartig platzierten roten und glasierten Ziegeln ist einfach wunderschön. Ich flanierte durch den Hof mit seinen großen Stall- und Wirtschaftsgebäuden sowie den Wohnhäusern der Bediensteten und erblickte im Zentrum des Hofs den fantastischen Brunnen von Viktor Tilgner. Dieser Brunnen zeigt Genoveva mit der Hirschkuh. Eine Legende besagt, dass Genoveva von Brabant, die im 8. Jahrhundert lebte, irrtümlicher Weise dem Ehebruch beschuldigt und zum Tode verurteilt wurde. Der Henker hatte jedoch Mitleid mit der schwangeren Frau und ließ sie frei. Daraufhin lebte Genoveva Jahre lang mit ihrem neugeborenen Sohn in einer Höhle und wurde von der Muttergottes Maria mittels einer Hirschkuh versorgt. Nach 6 Jahren wurde sie von ihrem Ehemann Siegfried gefunden, der stets an ihre Unschuld geglaubt hatte. Als Dank für Genovevas Errettung errichtete er eine Wallfahrtskirche zu Fraukirch im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Die traumschöne Villa hat im Inneren einen Stiegenaufgang mit imposanter Eichenholztäfelung und Kassettendecke im Stil der deutschen Renaissance. Die Empfangshalle in Form eines Oktagon stammt aus dem 17. Jahrhundert. Neben wertvollen Gemälden, finden sich auch viele Skulpturen aus der griechischen Mythologie in der Villa. Darüber hinaus ist heute im großen Saal ein Café-Restaurant mit herrlicher Aussichtsterrasse auf den Park untergebracht. In der Villa befindet sich zudem der Tilgnersaal, der sogenannte Kirchensaal, mit prunkvoller Decke und Hausaltar im Hintergrund. Ich war wirklich beeindruckt von dem Schloss und seinem Parkareal mit einer Fläche von 36 Hektar, das nahtlos in die Wälder des 2400 Hektar großen Lainzer Tiergartens übergeht. Die Hermesvilla ist ein wunderschönes Schloss auf einem idyllischen Fleckchen Erde. Ganz in der Nähe der Villa befindet sich die bekannte Skulptur der Künstlerin Ulrike Truger aus Carrara-Marmor mit dem Titel: „Elisabeth: Zwang – Flucht – Freiheit. Als Symbole dienen Fächer, Mantel und Flügel. Das Schloss der Träume vereint auf wundervolle Weise Natur-, Kunst- und Kulturerlebnis und ist zu einem wahren Pilgerort für Sisi-Fans geworden. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Sisi´s Schloss der Träume im Lainzer Tiergarten in Wien. 🙂

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