Das Kabinett des Schreckens

Isabella Müller Le Havre Frankreich @isabella_muenchen

Einst lebte in der französischen Hafenstadt Le Havre ein steinreicher Mann, der alles an Reichtümern besaß, was das Herz nur begehrte. Doch trotz seines Reichtums und der Tatsache, dass er ein stattlicher Mann war, fehlte ihm eine liebevolle Frau an seiner Seite. Dies lag auch daran, dass er aus unerklärlichen Gründen einen blauen Bart hatte, der ihn nicht nur den Namen Blaubart in der Bevölkerung einbrachte, sondern der ihn auch so fürchterlich machte, das alle Frauen vor ihm flüchteten. So verschwanden seine Ehefrauen schon nach kurzer Zeit und waren nie wieder gesehen. Da er sich nach einer Frau sehnte und seine Nachbarin zwei reizende Töchter namens Anne und Josefine hatte, bat er um die Hand einer der beiden Töchter. Dafür versprach er ihr viel Geld und ein sorgenfreies Leben für eine ihrer Töchter. Die Frau willigte nur unter der Bedingung ein, dass sich eine der beiden Töchter freiwillig für ihn entscheiden müsste. Natürlich wollte keine der Töchter Blaubart als Mann. Darum lud er die Töchter zusammen mit ihrer Mutter und ihren Freundinnen auf seinen Landsitz ein. Auf diesem feierten, tanzten und lachten sie eine ganze Woche lang. In dieser Zeit entwickelte Josefine zarte Gefühle für Blaubart, der ihr gar nicht mehr so fürchterlich erschien. Sie willigte in die Ehe mit ihm ein. Zuhause angekommen, heiratete sie Blaubart kurze Zeit später. Nach einem Monat glücklicher Ehe musste Blaubart geschäftlich verreisen. Er übergab seiner Frau alle Schlüssel für das Haus, mahnte sie aber nicht in das Kabinett im Keller zu gehen, falls sie doch dorthin gehen würde, müsste sie bei seiner Rückkehr seinen bitteren Zorn spüren. Ansonsten dürfte sie alles tun und auch ihre Freundinnen und ihre Schwester seien herzlich willkommen. Josefine versprach Blaubart alles, was er gesagt hatte, zu befolgen. Als er in seiner Kutsche weggefahren war, lud sie all ihre Freundinnen und ihre Schwester ein. Sie vergnügten sich im ganzen Haus und amüsierten sich prächtig. Doch Josefine ließ der Gedanke an das Kabinett einfach nicht los. Es plagte sie so schrecklich die Neugier, dass sie in einem unbeobachteten Moment hinunter zum Kabinett ging und mit zitternder Hand dieses aufschloss. Als sie es betrat, sah sie, dass alle Fenster des Raumes mit Holzbrettern zugesperrt und der Boden voller Blut war. Dann ging ihr Blick zu Wänden, an denen Frauenkörper hingen. Ihr wurde schlagartig bewusst, dass die toten Frauen einst Blaubarts Ehefrauen waren, die er auf bestialische Weise getötet hatte. Kreidebleich und voller Angst schloss sie die Tür zum Kabinett zu und kehrte in die illustre Runde zurück. Dort wurde ihr erzählt, dass Blaubart heute noch zurückkommen würde, da er seine geschäftlichen Angelegenheiten schneller als gedacht regeln konnte. Alle verließen daraufhin das Haus, einzig ihre Schwester Anne blieb. Josefine erzählte ihr nichts von dem Kabinett und tat so als ob nichts vorgefallen wäre. Sie versuchte verzweifelt das Blut von dem Schlüssel zum Kabinett abzuwischen, das ihr aber nicht gelang. Denn auf wundersame Weise kam es immer wieder zum Vorschein. Als Blaubart zuhause angekommen war, spielte Josefine, ihm die sich über alles freuende Ehefrau vor und ließ den Abend zusammen mit ihrer Schwester in geselliger Runde bei einem opulenten Mahl mit edlem Rotwein ausklingen. Am nächsten Morgen bat Blaubart seine Frau um die Schlüssel für das Haus. Diese gab sie ihm widerwillig und er bemerkte sofort, dass der Schlüssel zum Kabinett fehlte. Ihm war just in diesem Moment klar, dass Josefine im verbotenen Raum gewesen war. Außer sich vor Zorn schrie er, dass Josefine nun auch dort unten bei den anderen Frauen Platz nehmen müsse. Josefine flehte Blaubart an ihr nichts zu Leide zu tun, doch Blaubart holte seinen Säbel und wollte schon ansetzen ihr die Kehle damit durchzuschneiden. Josefine bat ihn daraufhin noch um 10 Minuten, damit sie sich bei ihrer Schwester, die oben im Zimmer schlief, wenigstens noch verabschieden könne. Diese letzte Bitte gewährte er ihr. Josefine eilte zu ihrer Schwester und bat diese Ausschau nach zwei Reitern zu schauen, denn ihre Brüder wollten heute zu ihr und ihrer Schwester kommen. Doch außer dem blauen Himmel und das Meer konnte Anne nichts erkennen. Blaubart schrie nach Josefine, die zu ihm eilte. Sie rief dabei immer wieder zu Anne, ob diese schon etwas sehen könne. Doch außer einer Schafherde war nichts zu sehen. Die wenige Zeit rann dahin und Josefine hatte kaum noch Hoffnung. Ein letztes Mal rief sie zu ihrer Schwester, die aus der Ferne zwei Reiter erkennen konnte. In diesem Augenblick setzte Blaubart seinen Säbel an und Josefine kniete sich vor seine Füße. Sie bat ihn ein letztes Mal voller Inbrunst sie zu verschonen. Doch dies machte Blaubart nur noch mehr wütender und er schrie so laut, dass das ganze Haus bebte. Nach Blaubarts entsetzlichem Gebrüll, klopfte es so laut an die Tür, dass Blaubart kurz innehielt. Anne rannte zur Tür und öffnete diese. Ihre zwei Brüder stürmten mit gezogenen Degen auf Blaubart los, der versuchte zu fliehen. Doch die jungen Männer waren schneller und stießen ihre Degen in Blaubarts Leib und ließen ihn verendend liegen. Josefine lag währenddessen weinend in den Armen ihrer Schwester Anne. Da Blaubart keine Erben hatte, erbte Josefine sein ganzes Vermögen. Davon vermachte sie einen Teil an ihre Schwester, einen weiteren verwendete sie dafür ihren Brüdern militärische Ehrenränge zu kaufen und den Rest behielt sie für sich. Kurze Zeit später heiratete sie einen Mann ihrer Wahl mit dem sie glücklich bis an ihr Lebensende lebte. Sie vergaß im Laufe der Jahre das Kabinett des Schreckens, dessen Tür sie nach Blaubarts Tod zumauern ließ und beherzigte den Rat ihrer Schwester, dass niemals der Schmerz aus der Vergangenheit deine Gegenwart bestrafe und deine Zukunft lähme. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos der Hafenstadt Le Havre, die seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe aufgrund ihrer außergewöhnlichen Nachkriegsarchitektur durch Auguste Perret gehört, die ihr den Beinamen Poesie in Beton einbrachte. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!