Die Hochzeit des Teufels

Tallinn, die Hauptstadt Estlands besitzt eine wunderschöne mittelalterliche Altstadt, die einem Märchenbuch entsprungen sein könnte und zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Doch Tallinn besticht nicht nur durch seine mittelalterliche Architektur, sondern trumpft auch mit modernen Wolkenkratzern und einer der angesagtesten Markthallen Estlands, der Balti Jaama Turg, auf. Diese Markthalle bietet auf 3 Stockwerken mit über 300 Händlern von Kleidung über Lebensmittel bis hin zu trendigem Interieur alles, was das Herz begehrt. Hier zeigt sich der moderne Lebensstil der mittelalterlichen Stadt, die eine magische Mischung aus altehrwürdiger Stadt und Moderne vereint. Daher verwundert es kaum, dass um diese Stadt sich zahlreiche Sagen ranken. Die wohl bekannteste, die sogar in der TV-Serie Ghost Hunters International thematisiert wurde, ist die Sage von der Hochzeit des Teufels. Einst wollte sich ein hoch verschuldeter Mann, der eine kleine Pension in Tallins Altstadt in der Rataskaevu Straße 16 besaß, aus Verzweiflung das Leben nehmen. Just in diesem Moment klopfte ein gut gekleideter Mann an, der im obersten Stockwerk ein Zimmer für ein Fest bis in die Morgenstunden anmieten wollte. Er versprach ihm eine enorm hohe Summe unter der Bedingung, dass niemand die Feier stören dürfe. Der Mann willigte freudig ein. Denn dadurch wären alle Sorgen vergessen. Zu später Stunde trafen die Gäste in der kleinen Pension ein. Die Musik und das Tanzen der Gäste war so laut, dass der Boden bis ins Erdgeschoss bebte. Den Gastwirt packte die Neugier, was denn die Festgesellschaft dort so ausgelassen feiern würde. Darum schlich er sich auf leisen Sohlen nach oben. Am Zimmer angekommen, spähte er vorsichtig durchs Schlüsselloch und erschrak ganz fürchterlich. Panisch vor Angst stürzte er fast die Treppe hinunter. So schnell flüchtete er in seinen Empfangsraum. Er war sich sicher, dass er die Hochzeit des Teufels gesehen hatte. Am nächsten Morgen fand er im Zimmer niemanden mehr vor, einzig Hufabdrücke waren auf den Holzboden zusehen. Auf dem Tisch stand ein Beutel voller Gold. Selig darüber nahm er ihn an sich. Doch als er ihn berührte, verwandelte sich das Gold zu Pferdemist, da der Gastwirt sein Versprechen gebrochen und die Feierlichkeit gestört hatte. In Tallinn verbreitete sich schnell die Kunde, dass der Teufel dort seine Hochzeit gefeiert hatte, worauf der Stadtrat dem Gastwirt befahl, das Zimmer und das Fenster zuzumauern, damit niemand dieses mehr betreten könne. Nachdem der Gastwirt dies getan hatte, verstarb er auf unerklärliche Weise. Noch heute erinnert ein gemaltes Bild eines Fensters an den Raum, in dem der Teufel einst seine Hochzeit gefeiert haben soll. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der hippen Markthalle Balti Jaama Turg in Tallinn. 🙂

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