Kaiserin Augusta und ihre Liebe zu Baden-Baden

Isabella Müller Baden-Baden @isabella_muenchen

Eine der größten Fans und treusten Besucherinnen der mondänen Kurstadt Baden-Baden im 19. Jahrhundert war Augusta von Preußen, die spätere deutsche Kaiserin. Diese reiste jährlich zur Kur nach Baden-Baden, das zahlreiche Gäste in die Kurstadt lockte und Baden-Baden dadurch zu einem beliebten Hotspot der Reichen und Schönen machte. Die Stadt ehrte ihre bekannteste Besucherin ihrer Zeit, in dem sie das ehemalige Augustabad, ein reines Frauenbad im Bäderviertel sowie ein Denkmal in der Lichtentaler Allee in der Museumsmeile und einen Platz, den Augustaplatz, nach ihr benannte. Dieser beliebte Platz in Baden-Badens Altstadt verdankt sein heutiges Aussehen den Entwürfen des Karlsruher Gartenbaudirektors Robert Mürb. Denn 1977 wurde dort ein riesiger, fast den gesamten Augustaplatz einnehmenden künstlicher See mit Fontäne angelegt. Der große See wird von der Fontäne, die nachts illuminiert wird, gespeist. Dabei handelt es sich um reines Quellwasser, das im Quellbezirk der Thermen aus dem Berg schießt. Rings um den See wurden Steine und Bänke geschaffen, die zum Verweilen unter den mit Palmen bepflanzten Kübeln einladen und so im Sommer für südländischen Flair mitten in Baden-Baden sorgen. Auf der Südseite des Augustaplatzes befindet sich die Evangelische Stadtkirche mit ihren beiden neugotischen Türmen, die von 1855 bis 1864 erbaut wurde. Direkt daneben steht das in den 1960er Jahren gebaute Kongresshaus, an dessen Stelle einst das luxuriöse Hotel Stéphanie-les-Bains stand. Der Augustaplatz hat zudem einen direkten Zugang zur Lichtenaler Allee, der grünen Flaniermeile entlang der Oos, die eingesäumt von alten Bäumen und eleganten Villen und Hotels des 19. Jahrhunderts ist. Der Platz bietet außerdem für Kulturinteressierte einiges an Kleinarchitektur. Neben dem Buberlbrunnen des Bildhauers August Kraus von 1910, befindet sich dort auch das De Coubertin Denkmal. Dieser setzte sich für die Wiederbelebung der Olympischen Spiele ein und gründete 1894 das Internationale Olympische Komitee. Auch das Denkmal des berühmten Komponisten Furtwängler sowie eine Farbzeituhr des Künstlers Tian Harlan und eine in den Boden eingelassene Windrose ist auf dem kopfsteingepflasterten Augustaplatz beheimatet, auf dem montags und donnerstags von 7 bis 13 Uhr der Wochenmarkt stattfindet. Im Winter verwandelt sich der See zu einer Eislaufbahn mit Skihütte, die für Partystimmung sorgt. Der Augustaplatz in Baden-Baden ist ein beliebter Treffpunkt bei Einheimischen und Touristen und idealer Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang der Lichtentaler Allee bis zum Lichtentaler Zisterzienserinnenkloster. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieses herrlichen Platzes im Herzen der Baden-Badener Altstadt, der seinen Namen der Kaiserin Augusta und ihrer regelmäßigen Präsenz im schönen Kurstädtchen verdankt. 🙂

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