Sündhaft leckere Mozart-Sinfonie mit Piano-Begleitung im Café Central in Wien

Cafe Central, Wien, Isabella Müller, @isabella_muenchen

Österreichs Hauptstadt Wien ist bekannt führ ihre traditionsreiche Kaffeehauskultur und ihre zahlreichen Kaffeehäuser, die Kaffeekennern und Fans feinster Pâtisserie aus aller Welt ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ein Kaffeehaus, dem dies seit über 140 Jahren gelingt und heute noch für meterlange Warteschlangen vor seinem Eingang sorgt, ist das Café Central im Palais Ferstel. Ich bin seit Jahren immer wieder auf Neue überrascht über die Menschenmassen, die sich vor dem Traditionscafé in der Herrengasse 14 im Ersten Bezirk versammeln, um dort einen Platz zu ergattern. Das Café Central ist eine echte Berühmtheit Wiens, das schon früher Revoluzzer wie Leo Trotzki, den bekannten Psychiater Sigmund Freud oder Dichter wie Alfred Polgar sowie Stefan Zweig anlockte, um nur einige zu nennen. Ich muss zugeben, dass ich in all meinen Wien-Jahren noch nie dieses Café besucht habe. Dieses Jahr feierte ich Premiere und besuchte das legendäre Café Central zum ersten Mal in meinem Leben. Die Geschichte des Café Central beginnt schon im Jahr 1868 im Gebäude von Heinrich Ferstel. Schnell avanciert es dank namhafter Dichter und Denker im Fin de Siécle zum Treffpunkt des geistigen Lebens. So gab es dort täglich ein reiches Repertoire von 250 Zeitungen in 22 Sprachen. Es war ein floriendes Café, das im Jahr 1925 groß renoviert wurde, bis es 1943 aufgrund starker Beschädigung der Säulenhalle mit ihrem Kreuzgewölbe und der immer größer werdenden Konkurrenz geschlossen wurde. Nachdem Krieg wurde der Festsaal als Lagerraum und sogar als Basketballcourt genutzt. Das Gebäude verfiel in den kommenden Jahren immer mehr, konnte jedoch 1975 vor dem Abbruch gerettet werden. Es wurde vollständig restauriert und erst 1982 eröffnete im früheren Wintergarten des Café Central das Café im Arkadenhof, das der ORF-Sendung Café Central als Fernsehkulisse diente. Am 30. Oktober 1986 feierte das Café Central endlich seine Wiedereröffnung und zählt bis heute zu einer echten Wiener Institution, die jährlich von rund 480.000 Gästen besucht wird, davon sind 70 Prozent Gäste aus dem In- und Ausland. Seit 2001 steht das Café Central im Besitz einer Stiftung von Karl Wlaschek und wird seit 2011 vom Unternehmen Palais Events betrieben. Traditionell öffnete mir ein Concierge im chicen Mantel mit Hut die Tür zum weltberühmten Café, in dem mich die Pappmachéfigur des Literaten Peter Altenberg im Eingangsbereich begrüßte. Denn das Café Central war praktisch das Wohnzimmer des österreichischen Schriftstellers. Im Hintergrund ertönte Klaviermusik, die live von einem Pianisten am schwarzen Flügel gespielt wurde. Ein Kellner im schwarzen Frack und weißen Hemd mit Fliege brachte mich zu einem schönen Platz am Fenster mit kuscheliger roter, samtüberzogener Eckbank. Das Ambiente und Interieur versprühte Eleganz pur und ich fühlte mich sofort wohl in diesem großen Saal mit seinem imposanten Kreuzgewölbe, den riesigen Marmorsäulen und lebensgroßen Gemälden mit Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth im hinteren Teil des Saals. Nachdem ich es mir gemütlich gemacht hatte, bestellte ich mir beim freundlichen Ober zwei Sacher-Würstel mit Senf und Kren sowie ein Glas Sekt. Denn dieser Augenblick musste einfach gefeiert werden. Das Essen wurde mir schnell serviert und die Würstel mit der knusprigen Semmel schmeckten mir richtig lecker. Ich war zu meiner Überraschung sehr angetan von dieser charmanten und eleganten Lokalität. Natürlich verzichtete ich als alte Naschkatze nicht auf ein Dessert. Das Café Central ist bekannt für seine exzellente hauseigene Pâtisserie und diese wird in der Mitte des Saals in einer wunderbaren Glasvitrine, die mit den verlockendsten süßen Kreationen bestückt ist, angeboten. Ich entschied mich für eine Schokoladenkreation namens Mozart-Sinfonie und bestellte mir dazu eine Tasse heißen Mokka. Das Törtchen mit seinem Schokoladen-Überzug, das mit Blattgold- und einem Schokoladen-Notenschlüssel verziert war, war nicht nur ein wahrer Augenschmaus, sondern ein echter Gaumenschmaus. Es war sündhaft lecker und ich schwelgte im 7. Naschkatzen-Himmel. Ich genoss den Besuch dieses Traditionscafés in vollen Zügen. Hier stimmte vom aufmerksamen Service, dem traumhaften Ambiente und der Qualität der Speisen einfach alles. Ich muss gestehen, dass ich den Hype, um dieses Café nie verstanden habe, doch nach meiner Stippvisite bin auch ich zu einem Fan des Cafés geworden. Dieses Café und die vielen anderen wunderbaren Traditionscafés in Wien sind immer einen Besuch wert ist. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom herrlichen Café Central in Wiens Altstadt. 🙂

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