Der verschwundene Schlossherr

Der Brunnenmarkt ist der längste und preisgünstigste Straßenmarkt Wiens, der sich im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring befindet. Dieser Bezirk, der 1892 durch die Eingemeindung der Vororte Ottakring und Neulerchenfeld entstand, ist bekannt für seine gleichnamige Brauerei, den traditionsreichen Wiener Heurigen, dem belebten Yppenplatz mit seinen zahlreichen Cafés und Restaurants sowie dem 449 Meter hohen Wilhelminenberg auf dem die 31 Meter hohe Jubliäumswarte mit herrlichen Panoramablick über Wien steht. Um diesen Bezirk rankt die Sage vom verschwundenen Schlossherrn von Ottakring. In längst vergangener Zeit wurden einige Bewohner vom Dorf Ottakring Zeuge eines gruseligen Spektakels, das sich in einer eisigen und stürmischen Dezembernacht kurz vor Mitternacht ereignete. Ein schwarzer, vierspänniger Leichenwagen, in dem der tote Schlossherr von Ottakring saß, der vor kurzem auf mysteriöse Weise verschwunden war, schwebte durch die Lüfte. Als die Uhr der Kirche zwölf Uhr schlug war der geisterhafte Spuk mit einem Mal zu Ende und der Leichenzug löste sich in Luft auf. Den Bewohnern ließ dieses geisterhafte Schauspiel keine Ruhe und sie begannen mit Nachforschungen über den verschwundenen Schlossherrn. Es stellte sich heraus, dass der Schlossherr einst ein deutscher Feldoberst war, der 1457 die Festung Marienburg, der größte Backsteinbau Europas, die dem Deutschen Ritterorden gehörte, gegen eine hohe Summe an Gold an die feindlichen Polen verraten hatte. Er floh nach Wien, wo er eine reiche Bürgerswitwe heiratete und ein Leben in Saus und Braus führte. Alles hätte so schön sein können, wenn nicht die Marienbürger den Oberst aufgespürt hätten. Diese hatten den Verrat nicht vergessen und als sie herausgefunden hatten, dass der ehemalige Oberst in Wien ein Leben im Luxus führte, schrieben sie einen Brief an den Stadtrat von Wien. In diesem schilderten sie ausführlich den schändlichen Verrat des Oberst. Dieser brisante Inhalt des Briefes gelangte kurze Zeit später an die Öffentlichkeit, was zur Folge hatte, dass der Oberst und seine Frau von der Wiener Bevölkerung gemieden wurden. Darum beschloss der Oberst mit seiner Frau aus Wien wegzuziehen und sich in einem Vorort niederzulassen. Dieser Vorort war Ottakring. Dort kaufte der Oberst ein Haus, das er zu einem Schloss mit Garten umbauen ließ. Dieses verließ er und seine Frau nur, um sonntags in den Gottesdienst zu gehen. Zu groß war seine Angst wieder von den Marienbürgern aufgespürt zu werden. Als der Oberst zusammen mit seiner Frau wieder den Sonntagsgottesdienst besuchen wollte, passierte das Unglaubliche. Sie wurden von drei Männern überfallen und der Oberst wurde zum Entsetzen seiner Frau entführt. Trotz intensiver Untersuchungen konnte der Oberst nicht gefunden werden. Vielleicht wurde er für seinen Verrat bestraft. Das Spektakel mit dem Leichenzug in der kalten Dezembernacht deuteten die Bewohner von Ottakring als Zeichen, dass der Schlossherr von Ottakring nicht mehr unter den Lebenden weilte. So die schaurig-schöne Sage vom verschwundenen Schlossherr aus Ottakring. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom herrlichen Brunnenmarkt in Ottakring. 🙂

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