Archäologische Funde bis in die Römerzeit mit Blick auf die imposante Hofburg

Isabella Müller Wien @isabella_muenchen

Vor der imposanten Kulisse der Hofburg im Herzen Wiens befindet sich auf dem über 2000 Jahre alten Michaelerplatz ein Stück Stadtarchäologie. Denn in der Mitte des Michaelerplatzes wurden 1989 Mauerreste freigelegt, die von der Römerzeit bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreichen. Auf Initiative des damaligen Wiener Bürgermeisters Dr. Helmut Zilk wurden diese archäologischen Funde durch den Architekten Hans Hollein 1991 in Form eines Fensters in den Boden konserviert und für die Öffentlichkeit unentgeltlich zugängig gemacht. So kann jeder zu jederzeit die freigelegten Teile der römischen Lagervorstadt des Legionslagers Vindobona bewundern. In der römischen Lagervorstadt lebten die Frauen und Kinder der Legionäre, da diese bis ins 3. Jahrhundert nicht verheiratet sein durften. Die Lagervorstadt hatte Wohnhäuser mit angeschlossenen Wirtschaftstrakten, Abfallgruben und einer Eisenschmiede. In der Lagervorstadt kreuzten sich strategisch wichtige Straßen wie die Handelsstraße, die über das Wiental nach St. Pölten führte, mit der an der Donau entlang führenden Limesstraße. Erst im Mittelalter wurde aus der Kreuzung der Michaelerplatz mit der Pfarrkirche St. Michael und der mächtigen Hofburg. Dank der Freilegung erlebte ich ein Stück Wiener Stadtarchäologie hautnah. Ich konnte die Reste der Bebauung der römischen Lagervorstadt sowie die renaissancezeitliche Umfassungsmauer des zur Hofburg gehörigen „Paradeisgartels“ und die Grundmauern des frühen 18. Jahrhunderts bewundern. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieser archäologischen Ausgrabungen am Michaelerplatz. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabellamueller.com . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9